Stadt will kein Sex-Casting

Aktualisiert

Stadt will kein Sex-Casting

Das Sex-Casting im Dada-Haus sorgt auch im Präsidialdepartement für Aufregung: Zürichs oberster Kulturchef fordert, dass der Anlass abgeblasen wird.

von
David Torcasso

Zürichs Kulturbeauftragter und städtischer Vertreter des Trägervereins Cabaret Voltaire, Jean-Pierre Hoby, ist empört über die Dadaisten vom Niederdorf: Ohne sein Wissen hat Direktor Philipp Meier Räume an Sex-Expertin Maggie Tapert vermietet.

Diese möchte am Mittwoch ein Casting veranstalten, an dem sie Männer für «erotische Tempelrituale» sucht. «Dieses Casting darf nicht stattfinden», stellt Hoby klar. Es habe nichts mit dem Programm des Cabaret Voltaire zu tun und schade dem Ansehen des Hauses.

Damit stellt sich der Trägerverein gegen die Absicht von Meier, diesen Anlass durchzuführen. «Wir können nicht mit einer Direktion zusammenarbeiten, die den Leistungsauftrag nicht erfüllt», sagt Hoby. Meier sagt auf Anfrage: «Wir lassen uns bei der Programmierung nicht beeinflussen.» Das Haus werde gerade wegen seinen unkonventionellen Veranstaltungen geschätzt. Anders sieht das der Trägerverein und wird «die nötigen Konsequenzen aus diesem Vorfall ziehen».

Ein Nachspiel gibts vielleicht am 28. September: Dann stimmt die Bevölkerung über weitere Subventionen fürs Dada-Haus ab. Nach dem Aufruf zur Graffiti-Schlacht an Zürichs Hausfassaden und dem Verkauf von T-Shirts mit RAF-Logo hatte die SVP ein Referendum erwirkt.

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