Aktualisiert 17.10.2012 18:07

Demontage

Stadt wollte gar keine Erkennung von Gesichtern

Die Kameras am Luzerner Bahnhof taugen nicht zur Fahndung. Dies war ein bewusster Entscheid des Stadtrats. Dies sagt die Lieferfirma der Videoanlage.

von
Daniela Gigor

Nun ist es amtlich: Eine Studie zeigt, dass sich die Situation auf dem Bahnhofplatz nach Installation der Videoüberwachung nicht verbessert hat. Darum hat der Stadtrat beschlossen, auf die Überwachung auf dem Bahnhofplatz und Stadthaus zu verzichten und jährlich rund 30 000 Franken einzusparen, wie gestern mitgeteilt wurde.

Bilder als Beweismittel vorgesehen

Rückblende: 2008 wurden die Kameras installiert. Damals teilte die Sicherheitsdirektion mit: «Sie sollen einerseits abschreckend wirken und strafbare Handlungen verhindern. Anderseits kann die Polizei bei Vorfällen sofort eingreifen und Aufzeichnungen als Beweismittel verwenden.»

Es hätte bessere aber auch teurere Systeme gegeben

Erstaunliches bringt Reto Casutt, Sprecher der Securiton, die die Kameras lieferten, ans Tageslicht: «Bei der Anschaffung der Kameras für den Bahnhofplatz wollte die Stadt explizit keine Erkennung von Gesichtern.» Videokameras, die Gesichter erkennen können, hätte es aber schon vor fünf Jahren gegeben, nur seien diese teurer. Der heutige Sicherheitsdirektor Adrian Borgula (Grüne) zur Wahl der damaligen Kameras: «Der Stadtrat wählte Kameras mit dem besten Kosten- und Nutzenverhältnis.» Für die Polizei sind die Auswirkungen der Demontage schwer abschätzbar. Videoüberwachungen hätten grundsätzlich einen positiven Effekt für die Sicherheit. Positive Erfahrungen mache die Polizei beispielsweise mit den Aufnahmen der beiden Reussbrücken

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