Entscheid des Stadtrats: Stadt Zürich führt neu den Genderstern ein
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Entscheid des StadtratsStadt Zürich führt neu den Genderstern ein

Laut dem Stadtrat sollen alle Geschlechter in behördlichen Texten in Zürich gleichbehandelt werden. Dem soll neu der Genderstern Abhilfe leisten.

von
Lynn Sachs
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Wer Post von der Zürcher Stadtverwaltung erhält, könnte darin bald den Genderstern sehen.

Wer Post von der Zürcher Stadtverwaltung erhält, könnte darin bald den Genderstern sehen.

20min/Marco Zangger
Der Zürcher Stadtrat hat am Mittwoch mitgeteilt, dass in behördlichen Texten der Genderstern neu verwendet werden darf.

Der Zürcher Stadtrat hat am Mittwoch mitgeteilt, dass in behördlichen Texten der Genderstern neu verwendet werden darf.

20min/Marco Zangger

Zürich wird in behördlichen Texten neu den Genderstern erlauben. Das hat der Stadtrat am Mittwoch mitgeteilt. Mit der Verwendung des Gendersterns oder geschlechtsneutraler Formen, wie Studierende oder Rettungskräfte, sollen Personen aller Geschlechter sprachlich gleichberechtigt behandelt werden: also Frauen, Männer und non-binäre Personen. Das bisherige Reglement über die sprachliche Gleichstellung für behördliche Texte der Stadtverwaltung wird ersetzt.

Damit schlägt die Stadt Zürich in ihrer Kommunikation einen anderen Weg als der Bund ein. Dieser hat im Sommer 2021 in einer Weisung festgehalten, dass in amtlichen Publikationen der Genderstern oder der Doppelpunkt nicht verwendet werden soll, da dieser Sprachprobleme verursache und die Lesbarkeit eines Textes stark beeinträchtige.

Laut Lukas Wigger, Sprecher des Zürcher Präsidialdepartement, kommt die Stadt zu einem anderen Schluss wie der Bund. «Mit diesem Entscheid folgt die Stadt Zürich einer gelebten Realität. In der Privatwirtschaft ist der Genderstern bereits weit verbreitet. Eine Sprache zu nutzen, die auch non-binäre Personen miteinbezieht, ist ein Zeichen der Anerkennung und der Akzeptanz.»

«Wir hoffen, dass andere Städte nachziehen»

Das Transgender Network Switzerland (TGNS) begrüsst das neue Reglement der Stadt. «Es ist ein starkes Zeichen, dass sich Zürich für eine inklusive Sprache einsetzt. Es erlaubt eine neue Form von Sichtbarkeit für trans, non-binäre und intergeschlechtliche Personen», so Medienverantwortliche Janna Kraus.

Ebenfalls freue man sich darüber, dass der Stadtrat eine andere Position wie die Bundesverwaltung einnimmt. «Den Entscheid der Bundesverwaltung konnten wir nicht nachvollziehen. Menschen müssen nicht in die Sprache passen, die Sprache muss die Lebensrealitäten von betroffenen Personen abbilden.» Das TGNS hofft, dass der Entscheid des Stadtrats eine Signalwirkung hat. «Wir hoffen, dass andere Städte nachziehen.»

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