Im Kreis 4: Stadt Zürich pflanzte 56 marode Eichen
Aktualisiert

Im Kreis 4Stadt Zürich pflanzte 56 marode Eichen

ZÜRICH. Die Stadt hat an der Sihlfeldstrasse 72 Eichen aus Deutschland gepflanzt – doch die meisten sind verendet.

von
M. Sommerhalder / D. Sutter
Die Eichen hatten wegen des harten Winters Frostschäden.

Die Eichen hatten wegen des harten Winters Frostschäden.

Es sollte zur Aufwertung des Quartiers beitragen, ging aber völlig schief: Im März pflanzte Grün Stadt Zürich 72 Eichen an der Sihlfeldstrasse im Kreis 4. «Zu Beginn sahen die Pflanzen auch ganz normal aus und haben Knospen gebildet», sagt Projektleiter Hans Gantenbein.

Doch als die Eichen eigentlich ausschlagen sollten, regte sich bei 56 gar nichts: «Sie blieben einfach braun», so Gantenbein. Es hätten sich mehrere Anwohner gemeldet, die sich an den verdorrten Bäumen störten. Eine Abklärung im Labor ergab dann, dass die Wurzeln einen Frostschaden vom strengen Winter davongetragen hatten.

Ersatz ist unterwegs

Davon bemerkte man in der Baumschule im norddeutschen Niedersachsen nichts: «Der Lieferant wird diese Eichen nun ersetzen – sie können jedoch erst im Herbst gepflanzt werden», so Gantenbein. Im Laufe der nächsten Wochen werde man die abgestorbenen Pflanzen ausgraben.

Bis im Herbst müssen die Anwohner also ohne die zur Verschönerung gedachten Eichen auskommen. «Wenn ich aus dem Fenster schaue, habe ich immer das Gefühl, es sei Herbst», sagt die Kioskbetreiberin Nahid Khorrami. «Das hat zwar in der ersten Junihälfte ganz gut zum Regenwetter gepasst, ist aber nicht hübsch anzuschauen.» Auch die Anwohnerin Virginia Pinto nervt sich: «Es ist jenseits, dass für viel Geld kaputte Bäume eingepflanzt werden, die dann wieder rausgerissen werden müssen.»

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