Aktualisiert 17.07.2014 08:43

SP-Idee

Stadt Zürich soll eigenen Kanton bilden

Zwei Zürcher SP-Politikerinnen wollen vom Stadtrat wissen, was er von einem Halbkanton Stadt Zürich halten würde. Sie beklagen, im Kanton fehle das Verständnis für die Stadt.

von
kv
Soll die Stadt Zürich ein eigener Halbkanton werden?

Soll die Stadt Zürich ein eigener Halbkanton werden?

Schon Mitte der 1990er-Jahre äusserte die damalige SP-Stadträtin Ursula Koch den Wunsch nach einem Halbkanton Stadt Zürich. Denn Koch war verärgert über die Bau- und Zonenordnung des damaligen kantonalen Baudirektors Hans Hans Hofmann (SVP). Nun greifen zwei SP-Vertreterinnen dieses Thema erneut auf, wie der «Tages-Anzeiger» heute Donnerstag berichtet. Christine Seidler und Linda Bär haben hierfür im Gemeinderat eine Interpellation eingereicht. Ihre Hauptfrage: Wäre die Gründung eines Halbkantons Stadt Zürich in den Augen des Stadtrates eine denkbare Lösung für die aktuellen Probleme der Stadt?

Die Gemeinderätinnen verweisen auf allseits bekannte Probleme, unter anderem die Wohnungsnot infolge des Bevölkerungswachstums, die Umwelt und den Verkehr. Sie kritisieren, dass Bund und Kanton immer mehr Lasten auf die Gemeinden abwälzten und gleichzeitig die Solidarität der ländlichen Regionen gegenüber den Zentren abnehme. Es gebe nur wenig Verständnis für die Anliegen der Städte. Mit dem Vorstoss möchten sie Möglichkeiten ausloten, wie die Stadt mehr Einfluss auf die Lösung dieser Probleme nehmen könne.

Es gehe nicht um Provokation

Im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» betont Seidler, dass es ihnen nicht um Provokation, sondern um das Anstossen einer «seriösen, hoffentlich nachhaltigen und zielführenden» Diskussion gehe. «Ich glaube, dass die Diskussion über den Halbkanton das Bewusstsein für den Wert der Stadt fördert, auch im Kanton», so Seidler. Auf die Frage, wie sie die Chancen beurteilt, sagt sie: «In der Stadt halte ich ein Ja zum Halbkanton für möglich, im Kanton weniger.»

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