Wegen Tour-de-Suisse: Stadtammann vor Gericht - Parteien fordern Rücktritt

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Wegen Tour-de-SuisseStadtammann vor Gericht - Parteien fordern Rücktritt

Der Bischofszeller Stadtammann Josef Mattle steht wegen einer Zahlung rund um die Austragung der Tour de Suisse vor Gericht. SVP und SP fordern nun seinen Kopf.

von
sst
Der Stadtammann von Bischofszell, Josef Mattle, muss sich demnächst vor Gericht verantworten.

Der Stadtammann von Bischofszell, Josef Mattle, muss sich demnächst vor Gericht verantworten.

Im Juni 2012 war Bischofszell dank der Tour-de-Suisse drei Tage im Velofieber: Seither kommt die Stadt nicht zur Ruhe. Gestern hat die Staatsanwaltschaft Thurgau nun Anklage erhoben gegen Stadtammann Josef Mattle. Ihm wird vorgeworfen, aus der Stadtkasse unbefugt 54 000 Franken an die Veranstalter der Tour bezahlt zu haben. Zudem muss er sich für das Defizit aus der Austragung des Velorennens verantworten.

«Schlussstrich ziehen»

Die Ortsparteipräsidenten von SVP und SP fordern nun den Rücktritt des parteilosen Mattle: «Ich bin erstaunt über das bevorstehende Gerichtsverfahren, Mattle hat immer seine Unschuld beteuert», sagt Daniel Sommer (SVP). Gleicher Meinung ist Emil Frischknecht (SP): «Mattle sollte einen Schlussstrich ziehen.»

Mattle ist sich jedoch keiner Schuld bewusst: «Ein Rücktritt wäre ja eine Schuldanerkennung.» Die Vorwürfe seien haltlos. «Für Herrn Mattle gilt die Unschuldsvermutung. Für uns ändert sich nichts», sagt auch Stadträtin Helen Jordi (EDU).

Finanzverwalter wurde entlassen

Genugtuung ist die Anklage für den

ehemaligen Finanzverwalter Julius Schulthess: Er hatte Mattle angezeigt und wurde darauf entlassen. «Die Anklage zeigt, dass meine Anschuldigungen kein Fantasiegebilde waren», so der 63-Jährige, der kürzlich für den Prix Courage des «Beobachter» nominiert wurde. Obwohl er den Job verlor und seither arbeitslos ist, würde er seinen Vorgesetzten wieder anzeigen: «Politiker dürfen nicht alles machen, was sie wollen.»

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