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St. GallenStadtautobahn entlasten – Finanzierung noch unklar

Stadt und Kanton St. Gallen haben am Freitag eine neue Variante vorgestellt, wie der Engpass auf der Stadtautobahn A1 gelöst werden könnte. Eine Teilspange soll helfen.

Blick auf den Rosenbergtunnel in St. Gallen. Der Autobahntunnel unterquert genau wie der gleichnamige Eisenbahntunnel die Stadt St. Gallen.

Blick auf den Rosenbergtunnel in St. Gallen. Der Autobahntunnel unterquert genau wie der gleichnamige Eisenbahntunnel die Stadt St. Gallen.

Die vor 27 Jahren eröffnete St. Galler Stadtautobahn ist zu Stosszeiten oft überlastet. Schon bei kleinen Störungen gebe es Staus, schilderte der St. Galler Regierungsrat Willi Haag an der Medienorientierung die Situation.

Seit längerem liegt eine Lösung auf dem Tisch, die die Stadtautobahn mit einer dritten Tunnelröhre ergänzen soll. Zusätzlich würde der überlastete innerstädtische Knotenpunkt Kreuzbleiche mit einer sogenannten Teilspange, einer unterirdischen Abzweigung, entlastet.

Mitten im Entwicklungsgebiet

Das Problem dieser Lösung war, dass auf dem Areal des Güterbahnhofs, einem der wichtigsten städtischen Entwicklungsgebiete, ein Autobahnanschluss gebaut werden müsste. Dagegen formierte sich Widerstand: Am Dienstag wurde dazu eine städtische Initiative eingereicht, mit der der Stadtrat verpflichtet werden soll, sich gegen das Projekt zur Wehr zu setzen.

Als weiterer Nachteil wären die Verkehrsprobleme auf Stadtgebiet nicht gelöst, sondern nur verschoben worden. Deswegen habe man mit der Planung nochmals von vorne begonnen, erklärte Kantonsingenieur Urs Kost.

Finanzierung ungeklärt

Nach der Evaluation verschiedenster Varianten blieb ein Projekt übrig, das nun weiterverfolgt wird: Es bringt eine Verlängerung der Teilspange bis an den Stadtrand in Richtung Appenzell Ausserrhoden und einen unterirdischen Kreisel unter dem Güterbahnhof-Areal mit einer Ausfahrt, die das Entwicklungsgebiet nur wenig tangieren würde.

Die Finanzierung sei noch nicht geklärt, erklärte Regierungsrat Willi Haag. Für das erste Projekt hätte der Bund aus dem Programm für Engpassbeseitigungen auf dem Nationalstrassennetz die dritte Tunnelröhre (530 Mio. Franken) finanziert.

Das Bundesamt für Strassen Astra hätte die Teilspange zusammen mit Kanton und Stadt übernommen (345 Mio. Franken). In der nun vorgestellten Variante wird die Teilspange wesentlich teurer, um wie viel ist nicht bekannt. Der Zeithorizont für die Realisierung liegt bei 15 bis 25 Jahren.

(sda)

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