Umweltbericht: Stadtluft macht krank
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UmweltberichtStadtluft macht krank

Die Qualität der Stadtzürcher Luft ist weiterhin problematisch und verursacht jährlich Gesundheitskosten von rund 200 Millionen Franken.

Obwohl die Witterungsbedingungen in den Jahren 2007 und 2008 gut waren, konnten die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung nicht eingehalten werden.

Hauptverursacher der Luftverschmutzung sind Verkehr und Heizungen, wie es in dem am Dienstag publizierten Umweltbericht 2009 der Stadt Zürich heisst. Die übermässige Belastung wirke sich negativ auf die Gesundheit aus und verursache hohe Gesundheitskosten.

200 Millionen Franken Gesundheitskosten

Beim Feinstaub wurde der Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter im vergangenen Jahr an 12 Tagen überschritten. Zulässig wäre jedoch nur eine einmalige Überschreitung. Auch beim Stickstoffdioxid wurde der Tagesmittelwert mehrmals überschritten.

Allein die Gesundheitskosten durch Feinstaub (PM10) betragen gemäss einer im Auftrag der Stadt Zürich durchgeführten Studie jährlich rund 200 Millionen Franken. Verursacht wird die grosse Feinstaubbelastung gemäss Umweltbericht zu je rund 35 Prozent durch den motorisierten Strassenverkehr und die Baustellen.

Starke Belästigung durch Lärm

Auch die Verminderung des Strassenlärms stösst seit längerer Zeit an Grenzen. Hauptgrund dafür ist die zunehmende Mobilität und die Ausdehnung des bereits dicht besiedelten Agglomerations- und Wirtschaftsraumes Zürich.

Bisher wurden auf einer Länge von 30 Kilometern entlang stark frequentierter Strassen Lärmschutzmassnahmen getroffen. Dabei wurden für 95 Millionen Franken Schallschutzfenster eingebaut.

Über 40 neue Mobilfunkantennen pro Jahr

Zum Top-Thema gehört laut dem Umweltbericht seit einigen Jahren die durch Mobilfunkantennen verursachte Nichtionisierende Strahlung (NIS). In der Stadt Zürich bestehen heute rund 600 solcher Antennenanlagen und jährlich kommen 40 bis 50 weitere dazu.

Über die Einhaltung der Grenzwerte wacht in der Stadt Zürich der Umwelt- und Gesundheitsschutz (UGZ). Dies geschieht einerseits im Planungsstadium von Sendeanlagen durch eine detaillierte Prüfung der Baugesuche.

Andererseits werden stichprobenweise die Betriebsdaten von bestehenden Antennen in den Zentralen der Mobilfunkanbieter überprüft und die Immissionen vor Ort gemessen. Im vergangenen Jahr wurden an 32 Orten der Stadt im Umfeld von 15 Mobilfunkantennen Messungen durchgeführt. Bei vier Messungen wurden Überschreitungen der Grenzwerte festgestellt.

(sda)

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