Kampagne gestartet: Stadtpolizei Zürich rekrutiert Migranten
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Kampagne gestartetStadtpolizei Zürich rekrutiert Migranten

Die Stadtpolizei Zürich wirbt in ihrer neusten Personalkampagne um Migranten. Dabei hat der Polizeivorsteher Richard Wolff mit dieser Idee gerade erst angeeckt.

von
som
Sich grenzenlos für die neue Heimat einsetzen: Mit diesem Spruch will die Stadtpolizei mehr Eingebürgerte anlocken.

Sich grenzenlos für die neue Heimat einsetzen: Mit diesem Spruch will die Stadtpolizei mehr Eingebürgerte anlocken.

«Migrationshintergrund kein Hinderungsgrund» oder «Sich grenzenlos für die neue Heimat einsetzen»: Mit diesen Slogans will die Zürcher Stadtpolizei neue Mitarbeiter mit Migrationshintergrund anlocken. Eine gross angelegte Rekrutierungskampagne läuft seit heute Freitag in den Medien. Dabei hat Polizeivorsteher Richard Wolff (AL) erst im letzten September mit seinem Vorschlag, mehr Ausländer ins Korps zu holen, Politiker und Polizisten empört. «Polizisten sollen einen Schweizer Pass haben», sagte damals etwa Generalsekretär des Schweizerischen Polizeiverbandes Max Hofmann.

Konnte also Wolff seinen Willen trotz Gegenwind so schnell durchsetzen? «Nein, in naher Zukunft braucht man weiterhin einen Schweizer Pass, wenn man bei uns arbeiten will», erklärt Michael Wirz, Sprecher der Zürcher Stadtpolizei. Es gehe lediglich darum, mehr Menschen mit Migrationshintergrund, also eingebürgerte Schweizerinnen und Schweizer, für diesen Beruf zu begeistern, da diese Bevölkerungsgruppe im Korps untervertreten sei: «Dabei handelt es sich um ein strategisches Ziel des Polizeidepartements», so Wirz.

Keine Sonderbehandlung bei der Aufnahmeprüfung für Migranten

Personal wird bei der Stadtpolizei händeringend gesucht: «Wir bilden jedes Jahr 60 neue Polizistinnen und Polizisten aus.» Leider bestünden nur etwa zehn bis 20 Prozent der Bewerber das Auswahlverfahren: «Viele scheitern beim Deutsch- oder Sporttest.»

Neben Migranten weibelt die Stapo auch um Mitarbeiterinnen. So sollen Frauen mit den Slogans «Frauenpower-Job» oder «Männerberuf, der auch ein typischer Frauenberuf ist» gluschtig gemacht werden. Trotz dieser Charmeoffensive bekommen Frauen und Migranten beim Bewerbungsverfahren keine Extrawurst. Michael Wirz: «Sie müssen die definierten Anforderungen genau gleich erfüllen, wie alle anderen Bewerber.»

Mit diesen TV-Spots wirbt die Stadtpolizei um neue Mitarbeiter mit Migrationshintergrund.

Auch Frauen werden händeringend gesucht

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