In Zürich: Stadtpolizist entlassen – wegen häuslicher Gewalt
Aktualisiert

In ZürichStadtpolizist entlassen – wegen häuslicher Gewalt

Die Zürcher Stadtpolizei steht erneut im Fokus: Ein Polizist, der 2011 auf seine Frau losgegangen sein soll, wurde jetzt entlassen. Weil er sein Alkoholproblem nicht in den Griff bekam.

von
ann
Betrunken soll der Stadtpolizist in leitender Position auf seine Frau losgegangen sein.

Betrunken soll der Stadtpolizist in leitender Position auf seine Frau losgegangen sein.

Polizeikommandant Daniel Blumer muss nicht nur in der Fachgruppe Milieu- und Sexualdelikte aufräumen. Auch ein langjähriger Polizist in leitender Position hat von ihm einen blauen Brief bekommen. Gegenüber der «NZZ am Sonntag» sagte Medienchef Marco Cortesi: «Der Entscheid ist aufgrund eines erneut auftretenden Alkoholproblems gefallen.

Doch das ist vielleicht nur ein Teil der Geschichte. Denn der 53-jährige Mitarbeiter musste im Sommer 2011 von seinen Kollegen der Kapo verhaftet werden. Seine Ehefrau hatte diese gerufen, weil er betrunken auf sie losgegangen sein soll und zudem damit gedroht habe, sich umzubringen. Die Sondereinheit Diamant musste damals seine Wohnung in der Nähe von Zürich stürmen. Der Hauptmann wurde verhaftet und vorübergehend in Gewahrsam genommen. Seine Dienstwaffe wurde konfisziert.

Nach ein paar Wochen zurück an den alten Arbeitsplatz

Nur ein paar Wochen später kehrte er aber an seinen Arbeitsplatz zurück, arbeitete wieder in seiner alten Position und erhielt auch seine Waffe wieder. Seine Ehefrau hatte von einer Anzeige gegen ihn abgesehen. Um sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen, hatte der gestrauchelte Polizist mehrere Wochen gekurt.

Innerhalb des Korps wurde daraufhin informiert, dass die Gerüchte über einen Offizier wegen häuslicher Gewalt nicht zuträfen. Die Polizei habe zwar an seinen Wohnort ausrücken müssen, eine Anzeige habe es aber nicht gegeben. Darum ziehe der Fall auch keine rechtlichen Konsequenzen nach sich.

Medienchef Cortesi sagt heute, der damalige Kommandant habe dem verdienten Mitarbeiter mit rund 30 Jahren Erfahrung nochmals eine Chance geben wollen. Die Bedingung sei aber gewesen, dass er sein Alkoholproblem in den Griff bekomme. Der neue Kommandant korrigierte jetzt offenbar diesen Entscheid.

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