Jugendkultur: Stadtrat bewilligt 1,95 Millionen für Jugendclub
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JugendkulturStadtrat bewilligt 1,95 Millionen für Jugendclub

Der Berner Stadtrat hat sich hinter das Projekt gestellt und mit einem Kredit von 1,95 Mio. Franken grünes Licht für Umbauarbeiten gegeben.

von
stm
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Der geplante Jugendclub an der Nägeligasse in Bern.

Der geplante Jugendclub an der Nägeligasse in Bern.

Jürg Spori
Der Club soll für unter 18-Jährige sein.

Der Club soll für unter 18-Jährige sein.

Google Street View
Der Innenraum bietet viel Platz für die Jugendlichen.

Der Innenraum bietet viel Platz für die Jugendlichen.

20 Minuten/miw

Mit einem neuen Jugendraum in der Innenstadt will die Stadt Bern eine Angebotslücke für Jugendliche schliessen. Denn die Ausgehmöglichkeiten für unter 18-Jährige seien in der Stadt Bern rar, waren sich die Stadträte am Donnerstag von links bis rechts einig. Das Projekt biete eine Alternative zum Gaskessel und dem Vorplatz der Reitschule. «Die Jugendlichen werden so in einem geschützten Rahmen auf das Nachtleben vorbereitet», hob Fuat Köçer (SP) zusätzlich die pädagogische Stärke des Projekts hervor.

Die Betriebsleitung des nichtkommerziellen Clubs wird durch den Verein Nägeligasse übernommen. Er hat das Konzept zusammen mit interessierten Jugendlichen erarbeitet. «Der Verein hat sich uns vorgestellt und durchs ganze Band überzeugt», sagte Milena Daphinoff (CVP). In der Aufbauphase des Clubs wird das Jugendamt die Trägerschaft übernehmen.

Schon Lärmklagen angedroht

Für Gesprächsstoff im Stadtrat sorgten potenzielle Lärmklagen aus der Nachbarschaft. Laut Thomas Berger (Jungfreisinnige) von der zuständigen Kommission haben sich Anwohner zum Teil schon gemeldet und angedroht, Lärmklagen bis vors Bundesgericht zu ziehen.

Stadtrat Alexander Feuz (SVP) befürchtet, dass sich das Projekt dadurch jahrelang verzögern könnte. Die Partei hätte sowieso einen alternativen Standort wie beispielsweise die Grosse Schanze favorisiert. «Dass man Jugendlichen verbieten will, zu tönen, ist komisch und widersinnig», verteidigte Manuel C. Widmer (GFL) hingegen die Jungen.

Wichtig sei jetzt, dass man mit den Nachbarn ins Gespräch komme, sagte Gemeinderätin Franziska Teuscher vor dem Stadtrat. Sie dankte zudem allen Jugendlichen ganz herzlich für die Beteiligung am Projekt und für «den langen Atem», den sie gezeigt hätten.

Stadtpräsident Alec von Graffenried zeigte Verständnis für die Klagen und versprach, diese im Baubewilligungsverfahren genau zu prüfen und allfällig zusätzliche Lärmschutzmassnahmen zu ergreifen. Mit dem gesprochenen Baukredit ist schon eingeplant, punkto Schall- und Brandschutz aufzurüsten.

Geöffnet bis um fünf Uhr morgens

Mit den Umbauten will die Stadt voraussichtlich im Oktober beginnen. Bis im Mai 2018 sollen diese beendet und die Türen für die Jugendlichen geöffnet werden.

Der Raum soll an den Wochenenden primär für Partys und Konzerte genutzt werden. Mit einer Überzeitbewilligung ist geplant, die Türen jeweils bis um fünf Uhr morgens offen zu lassen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Jugendlichen in einem sicheren Rahmen feiern und nach der Schliessung nicht in der Stadt weiterziehen.

Unter der Woche und an Sonntagen stehen die Räumlichkeiten für weitere kulturelle Veranstaltungen, Kurse und als Buvette zur Verfügung. Der Club soll Raum für bis zu 450 Jugendliche schaffen.

(stm/sda)

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