Stadtrat bildet Ausländerbeirat
Aktualisiert

Stadtrat bildet Ausländerbeirat

Der Stadtrat will der ausländischen Bevölkerung ein Sprachrohr geben und lanciert einen Ausländerbeirat.

Das bis Ende 2007 befristete Pilotprojekt soll den Ausländern in Zürich eine Stimme geben. «Sie stellen einen Drittel der Stadtbevölkerung dar und sollen eine Stimme bekommen, um ihre Anliegen und Probleme vorzubringen», sagte Stadtpräsident Elmar Ledergerber gestern. Dies etwa in den Bereichen Wohnen, Stadtentwicklung, Jugend oder Arbeitsmarkt. Das etwa 25-köpfige Gremium soll auch der Stadt helfen, die ausländische Wohnbevölkerung besser zu erreichen.

Die Mitglieder dürfen keine Doppelbürger sein und werden vom Stadtrat gewählt. «Wir werden auf eine gerechte Repräsentation der Nationalitäten, Altersgruppen und des politischen Spektrums achten», versprach Ledergerber. Pro Jahr kostet das Projekt die Stadt 28 000 Franken.

Eine politische Vernehmlassung fand nicht statt. Dafür haben sich rund 250 Ausländerorganisationen in Zürich bereits sehr positiv zum Projekt geäussert. «Der Ausländerbeirat beschleunigt den Prozess der Integration», freut sich Alban Luciano, Präsident des Dachverbands der italienischen Organisationen.

(alk)

Anmeldungen bis 9. Juli an Fachstelle für interkulturelle Fragen, Brahmsstrasse 28, 8003 Zürich.

(sda)

Politischer Widerstand bei der FDP und der SVP

Vorsichtig optimistisch über den Ausländerbeirat zeigte sich lediglich die SP: «Ich hoffe, es verkommt nicht zu einer Alibiübung», sagte SP-Gemeinderätin Fiammetta Jahreiss. Sie hätte sich auch eine demokratische Wahl

der Mitglieder gewünscht. Ronald Schmid, Vizepräsident der Stadtzürcher FDP, findet Integration zwar wichtig, es sei aber unakzeptabel, dass Sitzungsgelder und Spesen gezahlt werden. Für die SVP ist der Ausländerbeirat unnötig: «Wer mitreden will, soll sich einbürgern lassen», so SVP-Fraktionschef Markus Schwyn. Wie die FDP kündigte auch die SVP Vorstösse im Gemeinderat an.

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