Rauswurf in Dübendorf ZH: Burkaträgerin wurde als Pinguin bezeichnet – SVP-Sozialvorsteherin muss gehen
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Rauswurf in Dübendorf ZHBurkaträgerin wurde als Pinguin bezeichnet – SVP-Sozialvorsteherin muss gehen

Der Stadtrat in Dübendorf ZH hat die SVP-Sozialvorsteherin Jacqueline Hofer ihres Amtes enthoben, nachdem zahlreiche Vorwürfe gegen das Sozialdepartement eingegangen sind.

Nach zahlreichen Vorwürfen gegen das Sozialdepartement Dübendorf ZH hat der Stadtrat die Vorsteherin Jacqueline Hofer entmachtet. 

Nach zahlreichen Vorwürfen gegen das Sozialdepartement Dübendorf ZH hat der Stadtrat die Vorsteherin Jacqueline Hofer entmachtet.

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Nach erneuten Vorwürfen gegen das Sozialamt Dübendorf ergreift der Stadtrat Massnahmen: Er entmachtet die SVP-Sozialvorsteherin Jacqueline Hofer per sofort. Für die Sozialhilfe ist bis auf Weiteres der Stadtpräsident André Ingold (SVP) zuständig.

Der Stadtrat hat zudem entschieden, sich «in gegenseitigem Einvernehmen per sofort» vom Leiter der Abteilung Soziales zu trennen, wie der Stadtrat am Freitag mitteilte.

Die Stadt Dübendorf sorgte in der Vergangenheit schon mehrfach mit Missständen beim Sozialamt für Schlagzeilen. Die jüngsten Vorwürfe über abfällige Behandlung von Sozialhilfebezügerinnen und -bezügern stammten von Anfang September.

Burka-Trägerin als «Pinguin» bezeichnet

Damals berichtete der «Tages-Anzeiger», Sozialhilfebezüger seien exzessiv überwacht und Gespräche heimlich aufgezeichnet worden. Hinter deren Rücken seien einzelne Bezügerinnen zudem als «fette Schlampe» und – im Falle einer Burka-Trägerin – als «Pinguin» bezeichnet worden.

Die Stimmung unter den Angestellten soll schlecht gewesen sein, was zu einer überdurchschnittlich hohen Fluktuation geführt habe. Der Stadtrat kündigte deshalb eine externe Untersuchung an. Parallel dazu wurde eine interne Aufarbeitung eingeleitet.

«Hoch problematisch»

Im Zuge dieser internen Klärung fand die Stadt nun ein Problem, das zur sofortigen Entmachtung der SVP-Sozialvorsteherin und zur Trennung vom Abteilungsleiter führte: Es habe sich herausgestellt, dass die internen Unterstützungsrichtlinien nicht mit den öffentlich publizierten Richtlinien übereinstimmen würden.

Auf der Website der Stadt würden unter «Interne Unterstützungsrichtlinien» ganze Abschnitte fehlen. Diese Intransparenz gegenüber der Öffentlichkeit findet der Stadtrat «hoch problematisch», wie er schreibt, vor allem im Zusammenhang mit den Misstrauensbekundungen gegenüber der Arbeit des Sozialamtes.

«Hoch problematisch» sei dies auch, weil es eine mehrere Jahre dauernde, politische Diskussion darüber gegeben habe, ob die Unterstützungsrichtlinien offengelegt werden müssten. Weshalb nun ganze Abschnitte fehlen, werde die externe Untersuchung zeigen.

Rechtsextreme Facebook-Posts

Bereits vor vier Jahren wurden erstmals Missstände bei den Dübendorfer Sozialbehörden publik. Damals postete eine Sozialamts-Mitarbeiterin rechtsextreme Facebook-Einträge. Nachdem Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger Kritik an den Dübendorfer Behörden übten, weil sie sich generell wie Schmarotzer behandelt fühlten, richtete die Stadt eine Ombudsstelle ein.

Dübendorf trat bereits 2013 aus der Skos (Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe) aus, hält sich nach eigenen Angaben aber an die Vorgaben.

(SDA)

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