Zürcher Derby: Stadtrat rechtfertigt Einkesselung der FCZ-Fans
Aktualisiert

Zürcher DerbyStadtrat rechtfertigt Einkesselung der FCZ-Fans

Dass die Zürcher Stadtpolizei am 21. Februar mehr als 800 Fans eingekesselt und kontrolliert hat, war laut Stadtrat gerechtfertigt. Die Zahl der Pyros und Böller habe das Mass überschritten.

1 / 10
Grosseinsatz beim Letzigrund: Während des Zürcher Derbys am 21. Februar 2015 randalierten um den Letzigrund ungefähr 100 Personen. Die Polizei schritt deshalb ein und kesselte mehr als 800 FCZ-Fans ein. Laut Stadtrat war die Einkesselung gerechtfertigt.

Grosseinsatz beim Letzigrund: Während des Zürcher Derbys am 21. Februar 2015 randalierten um den Letzigrund ungefähr 100 Personen. Die Polizei schritt deshalb ein und kesselte mehr als 800 FCZ-Fans ein. Laut Stadtrat war die Einkesselung gerechtfertigt.

Leser-Reporter
Die Polizei versuchte, die Situation mit einem Wasserwerfer unter Kontrolle zu bringen.

Die Polizei versuchte, die Situation mit einem Wasserwerfer unter Kontrolle zu bringen.

Leser-Reporter
Nach dem Spiel sperrte die Stadtzürcher Polizei den Albisriederplatz in der Nähe des Sportstadions.

Nach dem Spiel sperrte die Stadtzürcher Polizei den Albisriederplatz in der Nähe des Sportstadions.

Leser-Reporter

Der Zürcher Stadtrat erklärt das polizeiliche Vorgehen beim Fanmarsch am 21. Februar zum Fussballspiel FCZ - GC im Stadion Letzigrund in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine schriftliche Anfrage eines AL-Gemeinderates und einer grünen Gemeinderätin.

Die Polizei schritt demnach ein, nachdem rund 70 Böller, etwa 25 Pyros sowie zahlreiche Rauchkörper gezündet worden waren. Die Sicherheitskräfte kesselten die Menge ein und kontrollierten 839 Personen.

Niemand sei zufällig anwesend gewesen

Die meisten der Kontrollierten waren zwischen 15 und 21 Jahre alt. Dazu kamen einige 13- und 14-Jährige und Erwachsene bis etwa 30 Jahre sowie vereinzelte Ältere. Familien stellte die Polizei keine fest.

Auf eine entsprechende Frage schreibt der Stadtrat, niemand im Kessel sei zufällig anwesend gewesen. Eingekesselt worden seien nur Personen, die am Fanmarsch teilnahmen.

Zeit genug zum Weggehen

Schon vor dem Abmarsch waren auf der Fritschiwiese im Kreis 3 zahlreiche Böller gezündet worden. Nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte, ging es so weiter. Dies habe es «zumindest nicht unwahrscheinlich» erscheinen lassen, dass es zu einem Polizeieinsatz kommen könnte. Jedem, der davon nicht betroffen sein wollte, wäre es «problemlos möglich gewesen, sich vom Fanmarsch zu entfernen».

In Sachen Einsatztaktik verfügt die Polizei über einen gewissen Ermessensspielraum, wie sie ihre Aufgaben der jeweiligen Situation angepasst erfüllen könne. Eine bezifferbare Grenze für das tolerierbare Mass an illegalen Feuerwerkskörpern gebe es nicht. Es gelte jeweils im Einzelfall das Gefahrenrisiko zu beurteilen.

Gewalt gehöre nicht zum Sport

Schon vor einem Jahr hatte der Stadtrat auf eine schriftliche Anfrage festgehalten, eine Einkesselung könne im Einzelfall durchaus ein geeignetes, notwendiges und verhältnismässiges Mittel sein. Dieser Ansicht sei er nach wie vor.

Er betont im übrigen, seiner Überzeugung nach gehöre Gewalt nicht zum Sport und pyrotechnische Gegenstände seien «keine unabdingbare Voraussetzung für ein gelungenes Fussballerlebnis».

(sda)

Deine Meinung