Aktualisiert 10.10.2016 17:29

Filippo LeuteneggerStadtrat sammelt Geld für Graffiti-Entfernung

Weil kein Geld für den Unterhalt von Kunstwerken zur Verfügung steht, sammelte der Tiefbauvorsteher Geld bei Privaten – um damit die schlimmsten Schmierereien zu entfernen.

von
som
1 / 6
In der Stadt Zürich sind derzeit rund ein Dutzend Kunstwerke mit Graffiti verunstaltet. Darunter befindet sich das «Denkmal der Arbeit» von Karl Geiser  auf dem Helvetiaplatz.

In der Stadt Zürich sind derzeit rund ein Dutzend Kunstwerke mit Graffiti verunstaltet. Darunter befindet sich das «Denkmal der Arbeit» von Karl Geiser auf dem Helvetiaplatz.

Tiefbau- und Entsorgunsdepartement TED
Oder der «Sirius»von Annemie Fontana an der Tramwendeschlaufe Messe/Hallenstadion.

Oder der «Sirius»von Annemie Fontana an der Tramwendeschlaufe Messe/Hallenstadion.

Tiefbau- und Entsorgunsdepartement TED
Auch der «Zürileu» am Hafendamm Enge ist beschmiert.

Auch der «Zürileu» am Hafendamm Enge ist beschmiert.

Tiefbau- und Entsorgunsdepartement TED

Das Gottfried-Keller-Denkmal und der Zürileu im Hafen Enge, das Denkmal der Arbeit auf dem Helvetiaplatz oder die orange Brunnenskulptur vor dem Hallenstadion: In der Stadt Zürich sind derzeit rund ein Dutzend Kunstwerke mit Graffiti verunstaltet. Nur steht dem Tiefbauamt dieses Jahr kein Geld für die Reinigung zur Verfügung.

Grund ist gemäss Mitteilung der Stadt ein Entscheid des Gemeinderates an der Budgetberatung von Ende 2015: Er beschloss, den Beitrag von 145'000 Franken zu streichen, den das Tiefbauamt auf dem Konto «Kleinere Neu- und Umbauten» für den Unterhalt und die Reinigung von Kunstobjekten bereitgestellt hatte. Die nötigen Mittel einfach von einem anderem Konto zu nehmen, sei nicht möglich.

Lange Überzeugungsarbeit war nicht nötig

Laut Tiefbauvorsteher Filippo Leutenegger (FDP) ist die Streichung des Beitrages aber keine Sparmassnahme: «Ich gehe davon aus, dass bei der Budgetberatung ein ‹Betriebsunfall› passiert ist und hoffe, dass wir für 2017 wieder Gelder erhalten werden.»

So lange warten mit der Reinigung wollte er wegen der häufigen Reklamationen aus der Bevölkerung und der Nachahmungsgefahr trotzdem nicht: «Ich griff deshalb zum Telefon und fragte bei Privaten um Unterstützung.» Lange Überzeugungsarbeit sei nicht nötig gewesen. So haben die Zürcher Immobilienfirmen Hardturm AG und Ledermann Immobilien AG je 5000 Franken gespendet, um die schlimmsten Schmierereien zu entfernen. Die Arbeiten sollen in den nächsten Wochen erfolgen.

Dass Stadträte in Zukunft bei Privaten anfragen, wenn sie Geld benötigen, ist für Leutenegger aber keine Option. «Es handelte sich hier um einen kleinen Notfall.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.