Aktualisiert 19.08.2009 16:37

ZofingenStadtrat tritt nach Drogenaffäre zurück

Der Zofinger Stadtrat Herbert H. Scholl tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Er übernimmt damit die Verantwortung um die mutmasslichen Drogendelikte des ehemaligen Chefs der Regionalpolizei.

Ein Schuldeingeständnis sei das aber nicht. «Dieser Entscheid ist mir nicht leicht gefallen», schrieb der für die Polizei zuständige FDP-Stadtrat Scholl in einer Mitteilung vom Samstag. Er habe ihn für die Stadt Zofingen und für die Regionalpolizei gefällt und übernehme damit «die formelle politische Verantwortung» für die Vorkommnisse.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte Scholl: «Mein Rücktritt ist kein Schuldeingeständnis, den Fehler hat der ehemalige Polizeichef begangen.» Dessen Anstellungsverfahren sei korrekt durchgeführt worden. Auch habe man Unzulänglichkeiten des heute 36- Jährigen angesprochen.

Zweifel an Auswahlverfahren

Am Donnerstag hatte der Polizeibeamtenverband Zweifel an der Sorgfaltspflicht des Auswahlgremiums geäussert. Solche Vorfälle seinen dem Renommé der Polizei nicht förderlich. Verbandspräsident Heinz Buttauer forderte die politischen Behörden auf, Verantwortung für das «herrschende Desaster» zu übernehmen

Der Freisinnige Herbert H. Scholl war vor einer Woche als Stadtrat wiedergewählt worden. Zudem ist er zurzeit als Grossratspräsident der höchste Aargauer.

Polizeichef vertickt Thai-Pillen

Der 36-jährige Chef der Regionalpolizei sitzt wegen Verdachts auf Drogenhandel und Drogenkonsum in Untersuchungshaft. Er hat in einer ersten Einvernahme den Handel und Konsum von Drogen gestanden. Die Zofinger Stadtregierung stellte ihn per sofort frei.

Bei einer Hausdurchsuchung hatte die Kantonspolizei Ecstasy, «Crystal» sowie kleinere Mengen Metamphetamin gefunden. Diese Substanz ist in der Szene als «Thai-Pillen» bekannt. (sda)

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