Aktualisiert 09.12.2007 21:21

Stadtrat will eine Lohnerhöhung

250 000 Franken Jahreslohn: Das fordern die Stadträte für sich und ihre Chefbeamten. Nur so bleibe die Stadt Zürich konkurrenzfähig.

Die Eiszeit soll ein Ende haben: Seit Mai 2000 sind die Löhne der Zürcher Stadträte und des obersten Kaders bei 220 000 Franken eingefroren. So wollte es eine Initiative des Bunds der Steuerzahler (BDS). Die Teuerung wird aber angeglichen – aktuell beträgt der Lohn 235 936 Franken pro Jahr.

Jetzt soll er auf 250 000 Franken steigen: Geplant sei eine «massvolle Anhebung des Plafonds», so Alfons Sonderegger, Departementssekretär von Finanzvorstand Martin Vollenwyder, in der NZZ. Gegenüber der Wirtschaft sei der jetzige Lohn nicht konkurrenzfähig. «Der Stadtrat hat seit der Initiative nichts geleistet, was mehr Lohn rechtfertigen würde», sagt BDS-Präsident Alfred Heer (SVP).

Mehr Verständnis hat die CVP: «Wir sehen den Bedarf», sagt Gemeinderats-Fraktionschef Christian Traber. «Über den exakten Betrag müssen wir noch reden.»

Adrian Schulthess

Braucht der Zürcher Stadtrat mehr Lohn?

Andreas Stettler 24, Zürich

Ich mache diesen Job gern auch für den jetzigen Lohn! Im Ernst, diese Löhne sind doch einfach überrissen. Mit 50 000 Franken kommt eigentlich jeder aus – warum man so gierig werden kann, ist mir ein Rätsel.

Angelina Amstutz 22, Zürich

Ach was – die bekommen doch schon jetzt zu viel Geld. Das Argument mit den marktüblichen Löhnen zieht auch nicht: Bestimmt finden sich qualifizierte Bewerber, welche die Jobs auch ohne Lohnerhöhung machen.

Matthew Lee 39, Zug

Die paar Tausend Franken zusätzlich machen den Braten ja auch nicht feiss – da sehe ich keine Probleme. Am besten wäre ein leistungsabhängiger Lohn, doch das dürfte in dieser Branche schwierig umzusetzen sein.

Eva Stucki 54, Birmensdorf

Ach, wer mit 220 000 Franken nicht glücklich ist, wird das auch mit 250 000 nicht sein. Der grösste Luxus überhaupt ist die Zeit. Wer täglich zwölf Stunden am Stück chrampft, hat am Abend nicht viel von seinem Porsche.

Michel Cuttat 39, Dällikon

Bestimmt nicht. Fairer wäre es, die Lohnerhöhungssumme am unteren Ende des Organigramms zu verteilen. Denn ohne den Einsatz dieser Leute wäre die Arbeit der obersten paar Köpfe auch nur die Hälfte wert.

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