Stadt Luzern – Stadtrat will triste Reussufer zu einer Oase machen
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Stadt LuzernStadtrat will triste Reussufer zu einer Oase machen

Der Stadtrat unterstützt die Juso-Initiative, die das Reussufer aufwerten will. Nicht alle Vorschläge sind aber aus Sicht der Stadt umsetzbar. Die Juso ist grundsätzlich zufrieden, wünschte sich aber etwas mehr Kreativität.

von
Rochus Zopp
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Das Reussufer in der Stadt Luzern soll aufgewertet werden. Dafür hat die Juso im Dezember 2022 die «Reuss-Oase-Initiative» lanciert.

Das Reussufer in der Stadt Luzern soll aufgewertet werden. Dafür hat die Juso im Dezember 2022 die «Reuss-Oase-Initiative» lanciert.

20min/Gianni Walther
Dafür sammelten sie mehr als die nötigen 800 Unterschriften. Mit einem Gummiboot ruderten sie im Dezember 2020 durch die Stadt, um die Unterschriften abzugeben.

Dafür sammelten sie mehr als die nötigen 800 Unterschriften. Mit einem Gummiboot ruderten sie im Dezember 2020 durch die Stadt, um die Unterschriften abzugeben.

Juso Luzern
Das rechte Reussufer soll nach Plänen des Stadtrats zu einem naturnahen Naherholungsgebiet werden. Diese Visualisierung stammt aus dem «Stadtraumkonzept Innenstadt Luzern». Die Vorlage dazu scheiterte 2019 im Stadtparlament nur knapp.

Das rechte Reussufer soll nach Plänen des Stadtrats zu einem naturnahen Naherholungsgebiet werden. Diese Visualisierung stammt aus dem «Stadtraumkonzept Innenstadt Luzern». Die Vorlage dazu scheiterte 2019 im Stadtparlament nur knapp.

Stadt Luzern

Darum gehts

  • Im Dezember 2020 reichte die Juso Luzern eine Initiative ein, durch die das Reussufer attraktiver gemacht werden soll.

  • Der Stadtrat unterstützt die Initiative. Viele Vorschläge der Juso würden sich mit den Plänen der Stadt decken.

  • Nun entscheidet der Grosse Stadtrat voraussichtlich am 17. Februar über die Initiative.

  • Die Juso ist aber nicht komplett zufrieden. Ihrer Meinung nach dürften die Visionen der Stadt kreativer sein.

Im Dezember 2020 ruderte die Juso Luzern mit einem Gummiboot durch die Stadt Luzern bis zum Stadthaus. Dort reichten Mitglieder mehr als 800 Unterschriften ein. Die Reuss-Oase-Initiative kam damit zustande. Mit der Reuss-Oase-Initiative will die Jungpartei die Reuss für die Bevölkerung attraktiver, zugänglicher und sicherer machen. Der Stadtrat hat nun beschlossen, die Initiative zur Annahme zu empfehlen.

Die Juso regt dabei in ihrer Initiative verschiedene Vorschläge an, wie aus ihrer Sicht das Reussufer verbessert werden könnte. Dazu gehört unter anderem ein Themen- und Erlebnispfad, damit Spaziergänger und Schulklassen die Reuss besser kennenlernen können. Da das Ganze aber eine sogennante Anregungsinitiative ist, müssen die Projekte auch bei Annahme der Initiative nicht zwingend und in der vorgeschlagenen Form umgesetzt werden.

Reussbadi beim Kasernenplatz nicht möglich

Der Stadtrat schreibt in einer Mitteilung, dass sich die Grundidee der Initiantinnen und Initianten sich mit zahlreichen Projekten der Stadt deckt. Einige Ideen, wie zum Beispiel das rechte Reussufer als naturnahes Naherholungsgebiet zu gestalten, seien bereits in ein Entwicklungskonzept eingeflossen. Ein Baugesuch dafür soll 2022 eingereicht werden.

Einem Vorschlag der Juso erteilt der Stadtrat aber bereits eine Absage. Eine Reussbadi am Kasernenplatz könne nicht umgesetzt werden. Einerseits dürften aufgrund des Hochwasserschutzes keine Bauten im Flussraum erstellt werden. Andererseits habe die SLRG in einem Gutachten festgehalten, dass das Schwimmen in diesem Bereich aufgrund der hohen Unfallgefahr nicht gefördert werden soll.

Grosser Stadtrat entscheidet im Februar

Die Juso zeigt sich erfreut darüber, dass die Stadt ähnliches Potenzial im Reussgebiet sieht. Gleichzeitig bemängeln sie aber die fehlende Kreativität des Stadtrats. Dass die Reussbadi aufgrund der gesetzlichen Lage nicht wie vorgeschlagen möglich ist, sei verständlich. «Enttäuschend ist aber, dass auch die Idee von mobilen und temporären Installationen auf dem Fluss, so bspw. Pontons, von Anfang an abgeschrieben wird», so die Juso in ihrer Mitteilung.

Des Weiteren fordert die Juso auch einen Zeitplan zur zeitnahen Umsetzung der Initiative, damit nicht wieder dasselbe Szenario geschieht, wie bei der Bahnhofstrasse oder dem Inseli. Die Umgestaltung der Bahnhofstrasse wurde zum Beispiel im September 2013 vom Volk angenommen, im Februar 2022 soll die Luzerner Stimmbevölkerung über den Baukredit abstimmen. Realisiert soll die Bahnhofstrasse dann bis 2024 sein. Wie es mit der Reuss-Oase weitergeht, entscheidet der grosse Stadtrat voraussichtlich am 17. Februar 2022.

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