Befürworter fordern rasche Umsetzung – Stadtzürcher sagen Ja zu öffentlichen Terrassen und mehr Velowegen
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Befürworter fordern rasche UmsetzungStadtzürcher sagen Ja zu öffentlichen Terrassen und mehr Velowegen

Das letzte Wort hat das Stadtzürcher Stimmvolk: am Sonntag nahm es die Richtpläne mit einem deutlichen Ja an.

von
Alina Müller
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Am 28. November stimmten die Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher über zwei Richtpläne ab: Den Siedlungs- und den Verkehrsrichtplan.

Am 28. November stimmten die Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher über zwei Richtpläne ab: Den Siedlungs- und den Verkehrsrichtplan.

20min/Karina Romer
Darin wird festgehalten, wie sich die Stadt Zürich in den kommenden Jahren entwickeln soll.

Darin wird festgehalten, wie sich die Stadt Zürich in den kommenden Jahren entwickeln soll.

Tamedia/Urs Jaudas
Der Siedlungsplan wurde mit 61,2 Prozent Ja-Stimmen angenommen, der Verkehrsrichtplan mit 57,4 Prozent.

Der Siedlungsplan wurde mit 61,2 Prozent Ja-Stimmen angenommen, der Verkehrsrichtplan mit 57,4 Prozent.

20min/Celia Nogler

Darum gehts

  • Das Stadtzürcher Stimmvolk stimmte am Sonntag über zwei Richtpläne ab.

  • Der Siedlungsplan wurde mit 61,2 Prozent Ja-Stimmen angenommen, der Verkehrsrichtplan mit 57,4 Prozent.

Über die Annahme beider Richtpläne, den Siedlungs- und Verkehrsrichtplan, freuen sich die Befürworter. «Mit dem Verkehrsrichtplan hat sich die Bevölkerung klar dafür ausgesprochen, dass der städtische Verkehr bis 2030 klimaneutral sein soll», sagte SP-Gemeinderätin Simone Brander am Sonntag. Es brauche jetzt unter anderem rasche Resultate bei der Umsetzung der sicheren Velorouten sowie eine zügige flächendeckende Einführung von Tempo 30.

Die Annahme des Siedlungsrichtplans ermögliche zudem eine nachhaltige Stadtentwicklung mit mehr bezahlbaren Wohnungen und Quartierzentren und umfasse zusätzliche Grünflächen und Bäume. Die Ja-Parole für beide Richtpläne hatten neben der SP auch die Grünen, die GLP und die AL gefasst. Auch der Stadtrat unterstützte die Richtpläne.

Die SP erwarte nun, dass auch FDP und SVP den klaren Volkswillen respektieren und der raschen Umsetzung der Velorouten-Initiative keine Steine mehr in den Weg legen.

«Dieses Resultat schmerzt uns sehr»

Die Stadtzürcher SVP zeigt sich enttäuscht. «Wir haben intensiv gekämpft. Dieses Resultat schmerzt uns sehr. Nun droht ein kompletter ideologischer Rot-Grüner Umbau unserer Stadt», sagt Präsident Mauro Tuena auf Anfrage. Die SVP werde mit einer städtischen Volksinitiative gegen eine flächendeckende Einführung von Tempo 30 auf Hauptstrassen reagieren. «Wir brauchen ein gesundes nebeneinander aller Verkehrsteilnehmenden. Der Plan scheint aber nur auf Velofahrende ausgerichtet zu sein und verfolgt das Ziel, Autofahrende zu vergraulen», so Tuena.

Neben der SVP lehnte auch die FDP beide Richtpläne ab. Die EVP empfahl die Nein-Parole beim Siedlungsplan und eine Annahme des Verkehrsrichtplans.

Kommunaler Richtplan

In zwanzig Jahren könnte die Limmatstadt über 500’000 Einwohnerinnen und Einwohner zählen. Da es in der Stadt kaum noch grosse Flächen gibt, die bebaut oder umgenutzt werden können, will man unter anderem bestehende Quartiere verdichten und höhere Häuser bauen. Mehr Grünflächen sollen die Quartiere dabei wohnlicher gestalten. Geplant sind zudem mehr Velo- und Fusswege und 30er-Zonen. Reduzieren möchte man hingegen den Autoverkehr in der Innenstadt und den Quartieren. Ein kommunaler Richtplan zeigt, wie sich Zürich in den kommenden Jahren entwickeln soll. Während der Siedlungsrichtplan die Bebauung steuert, regelt der Verkehrsrichtplan alles, was sich auf den Strassen verändern soll.

Am Sonntag stimmten die Stadtzürcher und Stadtzürcherinnen noch über zwei weitere Vorlagen ab. Die Vorlage über den Rahmenkredit von 330 Millionen Franken für den Ausbau der Fernwärmeversorgung wurde mit 84,1 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Zudem wird die in die Jahre gekommene städtische Wohnsiedlung Hardau I durch einen 71 Millionen Franken teuren Neubau ersetzt. Die Vorlage erhielt 79,8 Prozent Ja-Stimmen.

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