Gemeinderat Zürich: Städtische Betriebe sollen weniger Essen wegwerfen
Aktualisiert

Gemeinderat ZürichStädtische Betriebe sollen weniger Essen wegwerfen

In Stadtzürcher Verpflegungsbetrieben soll möglichst kein Essen mehr im Abfall landen. Das Parlament überwies mit 77 Ja- zu 41 Nein-Stimmen ein GLP-Postulat.

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Die Teller sind fast leer, also scheint es geschmeckt zu haben - Blick auf den Mittagstisch des Schulhauses Feldblume in Zürich-Altstetten. Die GLP will die Stadt per Vorstoss dazu auffordern, mehr gegen Lebensmittel-Verschwendung zu unternehmen.

Die Teller sind fast leer, also scheint es geschmeckt zu haben - Blick auf den Mittagstisch des Schulhauses Feldblume in Zürich-Altstetten. Die GLP will die Stadt per Vorstoss dazu auffordern, mehr gegen Lebensmittel-Verschwendung zu unternehmen.

Doris Fanconi
Angesprochen sind auch städtische Verpflegungsbetriebe wie beispielsweise das Restaurant der Wasserversorgung. Bei Salik Sivac, Küchenchef im Aqualino, gehen täglich bis zu 240 Mittagsmenüs über die Theke.

Angesprochen sind auch städtische Verpflegungsbetriebe wie beispielsweise das Restaurant der Wasserversorgung. Bei Salik Sivac, Küchenchef im Aqualino, gehen täglich bis zu 240 Mittagsmenüs über die Theke.

ram
Laut WWF geht ein Drittel der für den Schweizer Konsum produzierten Lebensmittel verloren - und zwar von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zum Endkonsumenten.

Laut WWF geht ein Drittel der für den Schweizer Konsum produzierten Lebensmittel verloren - und zwar von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zum Endkonsumenten.

Keystone/Timo Ullmann

Die Verschwendung von Lebensmitteln sei derzeit ein viel diskutiertes Thema, heisst es im Postulat. Gemäss Studien geht rund ein Drittel der in der Schweiz produzierten Lebensmitteln verloren. Für fast die Hälfe der gesamten Lebensmittelverluste sind die Endkonsumenten verantwortlich.

Der Stadtrat soll nun prüfen, wie in Alters- und Wohnheimen, Spitälern, Personalrestaurants, Mittagstischen und Horten jegliche Lebensmittelverschwendung vermieden werden kann. Voraussetzung sei eine systematische Erhebung der Verluste, sagte der GLP-Sprecher am Mittwochabend im Gemeinderat.

Kleine Portionen und reduzierte Menukarten

Angesetzt werden soll bei der Planung, aber auch im Betrieb. Die GLP schlägt unter anderem gezielte Restenverwertung, reduzierte Menukarten, Anpassung der Schöpfmengen und das Angebot von kleineren Portionen vor. Bereits eingeleitete Massnahmen sollen weiter geführt werden. Nicht zuletzt sollen auch die Gäste für das Thema sensibilisiert werden.

Unterstützt wurden die Grünliberalen von SP, Grünen, AL und CVP. Die Stadt Zürich müsse eine Vorbildsfunktion übernehmen, war die SP überzeugt. Die SP sah zudem nur Vorteile im Vorstoss: Die Kosten würden reduziert, die Umweltbelastung verringert und weniger Lebensmittel müssten produziert respektive importiert werden.

Man könne aber niemanden zwingen, alles aufzuessen

Der Stadtrat wird das Postulat entgegennehmen, wie die zuständige Stadträtin Claudia Nielsen (SP) sagte. Gemäss Nielsen wird schon verschiedenes in diesem Bereich gemacht. So müssen beispielsweise Patientinnen und Patienten ihr Essen im Voraus bestellen und Reste werden möglichst wieder verwendet. Man könne aber niemanden zwingen, alles aufzuessen.

Gegen das Postulat waren FDP und SVP. Es gebe keinen grösseren Bevormundungsvorstoss, sagte der SVP-Sprecher. Für die FDP ist der Vorstoss überflüssig und ein Affront gegenüber der Verwaltung. Bei den Mitarbeitenden in den städtischen Verpflegungsbetrieben sei «Food Waste» schon heute ein Thema. (sda)

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