Städtische Vögel zwitschern anders
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Städtische Vögel zwitschern anders

Wie kann man sich gegen den Stadtlärm durchsetzen? Diese Frage stellt sich auch den Vögeln. Die Strategien, die sie dabei anwenden, sind ganz unterschiedlich.

Wohnen Vögel in lärmigen Städten, verändert dies ihr Verhalten. So fand man laut netzeitung.de heraus, dass die Stadt-Nachtigall beispielsweise gegen laute Hintergrundgeräusche förmlich anschreit. In der Grossstadt Berlin etwa sangen diese Tiere bis zu 14 Dezibel lauter als ihre Artgenossen in den umliegenden Wäldern. Die Lautstärke steige proportional zum Pegel der Hintergrundgeräusche, berichtet das britische Magazin «New Scientist». An Werktagen singen die Vögel morgens daher besonders laut.

Höher pfeifende Kohlmeisen

Eine ähnliche Strategie haben Kohlmeisen, wie eine Studie niederländischer Forscher zeigt. Kohlmeisen pfeifen in Städten höher, schneller und kürzer als in freier Natur, um sich vom zumeist tieffrequenten Grummeln der Metropolen abzuheben.

Rotkehlchen singen in der Nacht

Rotkehlchen weichen auf die ruhigeren Nachtstunden aus, wie man an der Uni Sheffield ergründete. Je lauter die Tage, desto mehr singen die Rotkelchen in der Nacht. Das nächtliche Singen belastet allerdings die Tiere, da sie weniger schlafen und dadurch einen gesteigerten Stoffwechsel haben.

Grundsätzlich sind besonders diejenigen Vögel vom Lärm betroffen, die einen feinen Gesang haben und bei der Balz auf ihre Stimme angewiesen sind. Tauben etwa haben weniger Probleme mit städtischem Trubel, weil sie ihre Weibchen mit Balzflügen umgarnen.

Erstaunlich schnelle Anpassung

Während auch Vögel an lauten Flüssen gelernt haben, lauter zu singen, sind die Forscher aber doch erstaunt, wie schnell die Anpassung in Städten gelungen sei. Es zeige, dass sich einige Tiere in wenigen Generationen anpassen können. Weniger anpassungsfähigen Arten (beispielsweise Goldamsel, Kuckuck, Drosselrohrsänger und Hausspatz) droht das Aus.

Drohendes Auseinanderleben

Durch die schnelle Veränderung des Verhaltens der Stadtvögel droht aber auch ein Auseinanderleben von Vögeln der gleichen Art. Denn wenn die Städter lauter oder zu anderen Zeiten pfeifen als bisher, droht, dass sie von ihren ländlichen Verwandten nicht mehr verstanden werden.

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