Aktualisiert 13.01.2014 14:21

Kings of Leon«Ständer, Schweiss und Ecstasy»

Mit «Mechanical Bull» liefern die Kings of Leon ihr sechstes Album ab. 20 Minuten traf Frontsänger Caleb und Drummer Nathan Folowill zum Interview.

von
Kaspar Isler

Beschreibt «Mechanical Bull» mit drei Worten.

Caleb: Uff, das ist schwer. Ich würde sagen: Spass, Party und Rock.

Nathan: Ich finde das überhaupt nicht schwer: Ständer, Schweiss und Ecstasy! (lacht)

Kann euer neues Album an die alten Erfolge anknüpfen?

Caleb: Der kommerzielle Erfolg wird sich zeigen. Wichtig war für uns primär, wieder mehr Spass zu haben an der Musik. Wir haben viel herumexperimentiert. Weil wir in den letzten Jahren die Musik machen wollten, die von uns erwartet wurde, hatten wir uns verloren.

Nathan: Absolut. Während der Produktion dieses Albums haben wir uns neu verliebt und wieder vom ersten bis zum letzten Ton gemacht, was uns gefällt. Wir sind noch keine alten Männer. Wir sind jung und wollen Spass haben - das hört man auf unseren neuen Songs wieder.

Wie sieht es aus, wenn die Kings of Leon Spass haben?

Caleb: Nicht so skandalös wie eure Leser das gerne hätten.

Nathan: Wir haben Freude an Dingen, die man auf dem Land gerne tut. Wenn es die Zeit zulässt, fahren wir in die Natur raus, gehen fischen, setzen uns ums Lagerfeuer und kippen ein paar Bierchen.

Die Schweiz ist ein guter Ort für Naturburschen.

Nathan: Ihr solltet die natürliche Schönheit eures Landes wirklich schätzen. Als wir einmal am Openair in St. Gallen gespielt haben, sind wir nach dem Gig mit samt den Kleidern in den Fluss gesprungen - daran werde ich mich immer erinnern.

Wie viele Groupies warten nach einem Gig vor eurem Tourbus?

Caleb: Kein Kommentar! (lacht) Vor etwa zehn Jahren haben einmal vier Girls vor unserem Haus in Tennesse auf uns gewartet - in engen Jeans und knappen Oberteilen. Wir fühlten uns damals wahnsinnig begehrt und besonders.

Nathan: Das weiss ich noch! Heute sind es jeweils etwa zehn Mal mehr und bedeuten tut es uns lustigerweise nicht mehr halb so viel wie damals.

Habt ihr Angst, dass Rock eines Tages von elektronischer Musik verdrängt wird?

Caleb: Rock wird noch sehr lange nicht aussterben. Wenn du hart arbeitest und ehrliche Musik machst, wird es immer Menschen geben, die das zu schätzen wissen und deine Platten kaufen.

Nathan: Musik ist ein Wettbewerb. Jede Generation will tollere Musik machen als ihre Eltern. Solange es Menschen gibt, die das Musizieren lieben und weiter entwickeln ist die Welt in Ordnung.

Besitzt ihr Musik, die nicht zu euch passt?

Caleb: Fiese Frage! Ja ok, ich hab das eine oder andere Rihanna-Album.

Nathan: Das kann ich toppen: Whitney Houston und Barbara Streisand!

Habt ihr eigentlich ein Ritual, bevor ihr auf die Bühne geht?

Caleb: Unsere Vorfahren sind amerikanische Ureinwohner. Spiritualität und Glauben spielen für uns eine grosse Rolle. Wenn möglich, beten wir für uns und unser Publikum.

Nathan: Wenn die Zeit drängt, tut es aber auch ein Tequila-Shot.

«Mechanical Bull» ist seit dem 20. September 2013 im Handel erhältlich.

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