Aktualisiert 17.03.2004 13:37

Ständerat will «Grüne Fee» zulassen

Der Ständerat will das Absinth-Verbot aufheben. Er hat am Mittwoch die dazu erforderlichen Änderungen im Lebensmittel- und Alkoholgesetz ohne Gegenstimmen verabschiedet und die Vorlage an den Nationalrat überwiesen.

In der Bundesverfassung war das Verbot schon früher gestrichen worden.

Mit der Aufhebung des Absinth-Verbots soll die Produktion der auch als «Grüne Fee» bekannten Spirituose künftig der Alkoholsteuer unterstellt werden, wie der Sprecher der vorberatenden Kommission, Jean Studer (SP/NE), sagte. Daneben sind auch Grenzwerte für den so genannten Thujongehalt des Wermutbranntweins vorgesehen, die schon heute international anerkannt seien.

Bereits im Herbst des vergangenen Jahres hatte die Kleine Kammer eine parlamentarische Initiative des inzwischen abgewählten Standesvertreters Jean-Claude Cornu (FDP/FR) für eine Aufhebung des Absinth-Verbots überwiesen. Der Bundesrat seinerseits hatte sich erst vor wenigen Tagen ebenfalls für eine Aufhebung des Verbots ausgesprochen, gleichzeitig aber vor einer Vermarktung der anishaltigen Spirituose als neues Modegetränk gewarnt. Entscheidend für die geplante Legalisierung der «Grünen Fee» sei, dass mit einer Gleichstellung des Getränks auf die Stufe anderer Alkoholika auch die gleichen Ansprüche an Herstellung und Kontrolle gestellt werden könnten. Es gehe nun darum, «etwas zu regulieren, das es verdient, reguliert zu werden», sagte Innenminister Pascal Couchepin im Rat.

Zurzeit wird die illegale Absinth-Produktion, die sich in erster Linie auf die Anbaugebiete der Wermutpflanze im neuenburgischen Val-de-Travers konzentriert, auf rund 10.000 Liter pro Jahr geschätzt. Von einer Aufhebung des Verbots erhoffen sich die Politiker eine Möglichkeit für die örtlichen Landwirte, ihre Produktion weiter zu diversifizieren. (dapd)

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