Aktualisiert 20.08.2013 19:51

Insektenplage«Ständig hören wir: Wespen hier, Wespen dort»

Jetzt auch noch die Wespen: Bei den Schädlingsbekämpfern laufen die Drähte heiss, sie sprechen von einer Plage. Grund sind der kalte Frühling und der konstant warme Sommer.

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Die Plagen nehmen kein Ende: Mücken und Schnecken hatten wir schon en masse, jetzt leiden wir auch noch unter einer Wespeninvasion. Fritz Zehnder von der Schädlingsbekämpfung Ratex AG sagt: «Diesen Sommer mussten wir bis zu 10 Mal mehr ausrücken als letztes Jahr, wir sind tagtäglich auf Achse.»

Die Wespen seien aufgrund des kalten Frühlings später, aber dafür in aussergewöhnlicher Vielzahl unterwegs. Vor allem in Gartenwirtschaften und Privathaushalten sind die Dienste der Firma sehr gefragt. «Im Schnitt bekämpfen wir 25 Nester pro Tag.» Letztes Wochenende sei es extrem stressig zu und her gegangen: 40 Einsätze grenzten schon fast an Rekord. Die Ratex AG deckt die ganze Schweiz ab, ein speziell beliebtes Gebiet für Wespen gebe es nicht. «Wir bekommen Anrufe aus allen Ecken des Landes.»

«Wespenstaat wird noch grösser»

Die Plage, die Anfang Juli begonnen habe, sei noch nicht vorbei: Die Apfelernte im September werde noch einmal viele Wespen anziehen. «Da die Insekten sechs Wochen später als üblich auf Essenssuche gehen konnten, ist zu erwarten, dass sie jetzt auch länger bleiben», sagt Zehnder. Vor allem bei lang anhaltenden warmen Temperaturen – wie in diesem Sommer – werde der Wespenstaat wegen des grossen Nahrungsangebots grösser.

Auch Andi Schuler von der Firma S+F Insect Control kann sich vor Arbeit kaum retten: «Wir hören den ganzen Tag nur Wespen hier, Wespen dort.» Es seien sehr viel mehr als letztes Jahr, eine regelrechte Plage. Vor allem im Juli sei die Situation extrem gewesen, bis zu zwölf Nester habe seine Firma am Tag beseitigt.

Nie im Nest rumstochern

In der Gartenwirtschaft Krone am Greifensee hat man die vielen Wespen mittlerweile satt. «Wir jagen die Insekten den ganzen Tag weg, es nützt aber nichts», sagt Servicefachfrau Christina Wittweiler. Die Gäste beschwerten sich, weil sie ihre Gläser andauernd mit Bierdeckeln abdecken müssten. «Es ist wirklich mühsam.»

Bei einem Wespennest gibt es laut Experten nur eins: Die Schädlingsbekämpfung rufen, allein habe man da keine Chance. «Das Dümmste, was man tun kann, ist im Nest herumzustochern», sagt Schuler. Auch die Sprays aus dem Baumarkt seien Quatsch, die nützten nur etwas, wenn das Nest nicht grösser als ein Zigarettenpäckli sei.

Mit dem Federballschläger erschlagen

Falls nur ein paar wenige Wespen herumschwirrten, rät Zehnder zu einer Falle: «Stellen Sie ein Gefäss mit einer Mischung aus Honig, Essig und Apfelsaft an eine Ecke, das lockt die Wespen an und sie verschwinden von Ihrem Gartentisch.» Wichtig sei auch, nichts stehen zu lassen, vor allem Fleisch und andere Produkte mit Eiweiss sowie Süssigkeiten solle man so schnell wie möglich aus der Reichweite schaffen.

Der berühmte Reflex des Herumfuchtelns sei auch zu vermeiden, das reize die Wespen nur und mache sie aggressiv. Schuler hat für diesen Fall eine spezielle Waffe auf seinem Balkon: «Ich katapultiere die Wespen mit einem Federballschläger in die Luft, dann sind sie sofort mause.»

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