Dübendorf ZH: Ständiges Hämmern ging Nachbarin auf die Nerven
Aktualisiert

Dübendorf ZHStändiges Hämmern ging Nachbarin auf die Nerven

Wegen Lärms in einer Wohnung in Dübendorf ZH hat eine Nachbarin bei der Hausverwaltung interveniert. Der Verdacht: Mitarbeiter von Huawei sollen dort arbeiten statt wohnen.

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20M
Zum Nachbarschaftsstreit kam es in Dübendorf - hier der Blick in die Bahnhofstrasse.

Zum Nachbarschaftsstreit kam es in Dübendorf - hier der Blick in die Bahnhofstrasse.

Kein Anbieter/Wikipedia Roland_zh

«Wie wenn jemand mit einem Hämmerchen mal fester, mal weniger stark auf einen Gegenstand schlägt»: Mit dieser Beschreibung erklärte eine Bewohnerin eines Mehrfamilienhauses in Dübendorf ZH dem «Tages-Anzeiger» ihr Dilemma. Seit September hört sie aus der Wohnung über ihr ständig solche Geräusche. An Ruhe sei nicht mehr zu denken.

Mehrmals gelangte die Mieterin deswegen an die Verwaltung des Hauses, das der Zürich-Versicherung gehört. Auch die Polizei schaute vorbei – zog aber jeweils wieder ab. In der Wohnung leben laut der Mieterin zwischen sieben und zehn Mitarbeitende der chinesischen Firma Huawei.

Huawei beliefert unter anderem Salt, Sunrise und Swisscom mit Netzwerkkomponenten. Vor drei Jahren geriet der Schweizer Sitz des Unternehmens in die Schlagzeilen wegen Verdachts auf illegale Beschäftigung. Doch sämtliche Verfahren wurden ohne Ergebnis eingestellt. Rund 15 Prozent der Mitarbeitenden in Dübendorf sind Expats aus China.

Es kommt Bewegung in die Sache

Diese werden laut Huawei in Wohnungen einquartiert. Dass dort illegal gearbeitet werde, wie dies Nachbarn vermuten, weist ein Huawei-Sprecher im «Tages-Anzeiger» zurück: «Wir sind dem nachgegangen, und die betroffenen Kollegen haben uns glaubwürdig versichert, dass in den Wohnungen nicht illegal gearbeitet wird.»

Dennoch sollen die betroffenen Huawei-Mitarbeitenden mittlerweile an einem neuen Ort wohnen. Laut einer Sprecherin der Zürich-Versicherung hat man «die notwendigen Schritte» eingeleitet. Letzteres hat auch die verärgerte und langjährige Mieterin getan: Sie zieht Ende März um – nach über 25 Jahren an derselben Wohnadresse.

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