Aktualisiert 14.11.2011 19:53

Gelson FernandesStagnation nach historischem Tor

Er schoss sich mit dem WM-Tor gegen den späteren Weltmeister Spanien in die Fussball-Geschichtsbücher. Seither ist es ruhig geworden um Gelson Fernandes.

von
Eva Tedesco
Luxemburg
Ein Tor für die Ewigkeit: Gelson Fernandes erzielt an der WM 2010 in Südafrika in der 52. Minute den siegbringenden Treffer zum 1:0 für die Schweiz gegen den späteren Weltmeister Spanien. (Keystone/AP)

Ein Tor für die Ewigkeit: Gelson Fernandes erzielt an der WM 2010 in Südafrika in der 52. Minute den siegbringenden Treffer zum 1:0 für die Schweiz gegen den späteren Weltmeister Spanien. (Keystone/AP)

Es ist und bleibt ein historisches Datum, der 16. Juni 2010. Noch nie zuvor hatte eine Schweizer Nationalmannschaft gegen Spanien gewonnen. Und ausgerechnet an einer WM-Endrunde schlägt die kleine Schweiz zu und fügt dem späteren Weltmeister eine Niederlage zu. Der Torschütze des historischen Treffers: Gelson Fernandes.

Gelson Fernandes sitzt inmitten der Journalisten und beantwortet gutgelaunt die vielen Fragen. Der Nati-Allrounder ist immer guter Laune. Seine Antworten freundlich, aber bestimmt. Nur einmal huscht fast unmerklich ein Schatten über sein Gesicht. Es geht um das Thema Verein, wo er bei Leicester nach der Entlassung von Trainer Sven Göran Eriksson in der zweiten englischen Liga kaum mehr zum Einsatz kommt. Der Walliser, der 2007 für zehn Millionen Franken vom FC Sion zu Manchester City gewechselt war, weiss, dass er unbedingt spielen muss, wenn er seinen Platz in der Nati von Ottmar Hitzfeld nicht verlieren will. Darum will er weg.

«Jetzt ist erst mal Luxemburg»

Udinese soll Interesse angemeldet haben, vermelden diverse Internetportale wie 442.ch. Was ist dran? «Ich weiss nicht», lacht der Mittelfeldspieler, «jetzt ist Luxemburg». Fügt dann aber doch an, dass es so nicht weiter gehen kann und er im Winter einen Wechsel anstrebt. Diesmal will er aber nicht seinem Förderer Eriksson folgen, dem er bislang fast überallhin gefolgt war (Chievo, St.-Etienne und Manchester City). «Ich werde nicht mehr ausschliesslich meinem Herz folgen. Aber wie gesagt – jetzt ist erst mal Luxemburg...»

Mit Luxemburg verbindet Fernandes weniger gute Erinnerungen. «Ich habe das Spiel im Letzigrund nicht vergessen. Zum Glück haben wir die Punkte wieder wettgemacht und uns für die WM in Südafrika qualifiziert», so der 25-Jährige, der neben Lichtsteiner, Benaglio, Inler, Djourou und Nef zu jenen sechs Nati-Spielern zählt, die bei der 1:2-Schlappe im September 2008 dabei waren. «Es wird ein ganz anderes Spiel wie das 0:0 in Holland. Wir müssen konzentriert unser Spiel machen und schauen, dass wir Chancen kreieren», sagt er. «Denn ohne Chancen macht man kein Tor.» Die Mannschaft habe in dieser Besetzung noch nicht oft zusammen gespielt. Dennoch attestiert ihr der 36-fache Internationale viel Qualität. «Wir brauchen noch einige Spiele, aber die Mentalität im Team ist sehr gut, jeder Spieler hat seine Rolle akzeptiert und es macht Spass mit so einer motivierten jungen Mannschaft zu spielen.

Der Spion in der Familie

So gesehen kann am Dienstag nichts schief laufen. Aber sicherheitshalber hat sich der Schweizer mit Wurzeln in Kap Verde schon einmal bei seinem Cousin 2. Grades über den Gegner erkundigt. Denn Clayton de Sousa Moreira ist nicht nur der Cousin des Schweizer Internationalen. Er spielt auch bei Jeunesse Esch in der Verteidigung - und ist luxemburgischer Nationalspieler.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.