Tötungsdelikt Dübendorf: Stalker schlug 29-Jähriger mehrmals mit Hammer auf Kopf
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Tötungsdelikt DübendorfStalker schlug 29-Jähriger mehrmals mit Hammer auf Kopf

Die Tötung einer 29-jährigen Kita-Angestellten in Dübendorf sorgte für Entsetzen. Im November kommt der Fall vor Gericht.

von
Thomas Mathis
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Eine 29-jährige Dübendorferin wurde im Februar 2019 vor ihrem Haus getötet.

Eine 29-jährige Dübendorferin wurde im Februar 2019 vor ihrem Haus getötet.

Die Polizei nahm einen 33-jährigen Mann fest, der die Tat gestand.

Die Polizei nahm einen 33-jährigen Mann fest, der die Tat gestand.

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Der psychisch beeinträchtigte Mann hatte das Opfer zuvor gestalkt.

Der psychisch beeinträchtigte Mann hatte das Opfer zuvor gestalkt.

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Darum gehts

  • Eine 29-jährige Frau wurde im Februar 2019 von einem 33-jährigen Stalker vor ihrem Haus getötet.
  • Er soll ihr mindestens neunmal mit einem Fäustel auf den Kopf geschlagen haben.
  • Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus und beantragt eine stationäre Massnahme.

Ein 33-jähriger Stalker versteckte sich am Morgen des 13. Februars 2019 in Dübendorf in der Nähe des Hauses seines Opfers. Über eine Stunde lauerte er auf die 29-jährige Kita-Betreuerin. Als sie aus dem Haus kam, tötete er sie auf brutale Weise. Das geht aus der Gerichtsschrift der Staatsanwaltschaft hervor. Im November wird es vor dem Bezirksgericht Uster zum Prozess kommen.

Der Stalker schlug demnach mit einem über einen Kilogramm schweren Fäustel – eine Art Hammer – mindestens siebenmal kräftig auf den Kopf des Opfers. Dieses sank zu Boden. Später filmte er die «blutüberströmte und bewegungslos auf dem Boden liegende» Frau und schlug nochmals gegen ihren Kopf. Er riss ihr einen Schmuckanhänger in Form eines Doppelherzens von der Halskette. Das Opfer starb sofort aufgrund schwerster Verletzungen.

Hammer vergraben

Dann entfernte er sich vom Tatort. Die Kamera warf er in Effretikon in einen Abfalleimer. Fäustel, Speicherkarte und Schmuckanhänger vergrub er. Neben Fäustel und Kamera hatte er auch ein Tarnnetz dabei, um bei einer drohenden Kontrolle den Hammer zu verstecken. Gummihandschuhe waren fürs Vergraben gedacht.

Bisher nicht bekannt war, wo sich der 33-Jährige und das Opfer kennen gelernt hatten. Laut der Staatsanwaltschaft hatte er vor über zehn Jahren ungefähr zwei Jahre lang mit ihr am gleichen Ort in der Stadt Zürich gearbeitet. «Er hatte sich in sie verliebt, doch wurde seine Liebe nicht erwidert», heisst es. In der Folge stellte er ihr nach und fotografierte sie.

Stationäre Massnahme beantragt

Im Mai 2011 wurde er von der Polizei zur Rede gestellt und die zuständige Vormundschaftsbehörde informiert. Ab Sommer 2018 stellte er ihr wieder nach, bis er sie schliesslich tötete. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem besonders skrupellosen Vorgehen, unter anderem weil er «erkannt hatte, dass seine Hoffnung, mit ihr in Kontakt zu kommen, sich zerschlagen hatte, wofür er Vergeltung suchte». Sie geht deshalb von Mord aus.

Der heute 35-Jährige, der laut Staatsanwaltschaft geständig ist, handelte aber in nicht verschuldeter Schuldunfähigkeit. Entsprechend beantragt die Staatsanwaltschaft die Anordnung einer stationären Massnahme. Bereits die Kantonspolizei hatte von einem «psychisch beeinträchtigten» Mann gesprochen. Laut einem psychiatrischen Gutachten vom Januar besteht unbehandelt die Gefahr weiterer Gewalttaten.

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