Tracking mit Airtags: Das sagt die Community

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Unerwünschtes Tracking «Wie abartig ist das?» – Community schockiert über Airtag-Stalking

Eine Bernerin wurde mit einem Apple-Ortungsgerät getrackt. Es ist nicht der erste Missbrauchsfall mit Airtags. Die 20-Minuten-Community zeigt sich darüber besorgt. 

von
Gabriela Graber
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Der Objektfinder von Apple lässt sich auch als Stalking-Werkzeug nutzen. 

Der Objektfinder von Apple lässt sich auch als Stalking-Werkzeug nutzen. 

Privat 
Dies musste kürzlich die Bernerin N.A. (19) feststellen. 

Dies musste kürzlich die Bernerin N.A. (19) feststellen. 

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Während sich missbräuchliche Fälle mit den Ortungsgeräten von Apple in den USA mehren, ist in der Schweiz noch kein Trend zu verzeichnen. 

Während sich missbräuchliche Fälle mit den Ortungsgeräten von Apple in den USA mehren, ist in der Schweiz noch kein Trend zu verzeichnen. 

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Darum gehts

«Im ersten Moment hatte ich Panik. Vor allem habe ich keine Ahnung, wer diesen Airtag dort angebracht hat», erzählt N.A.* Die Bernerin fand unter dem Beifahrersitz ihres Autos einen angeklebten Airtag. Die knopfgrossen Bluetooth-Ortungsgeräte, die dabei helfen, verlegte Gegenstände wie den Schlüsselbund wiederzufinden, wurden schon in der Vergangenheit vereinzelt als Stalking-Mittel gebraucht. Erst vor wenigen Wochen verfolgte ein Mann seine Ex-Freundin damit auf Schritt und Tritt und wurde dafür gerichtlich verurteilt. 

Laut dem IT-Experten Angelo Mathis ist die Verwendung von Airtags für Stalking sehr attraktiv. Doch während sich in den USA solche Missbrauchsfälle mehren, gibt es laut Berner Kantonspolizei in der Schweiz keinen Anstieg von betrügerischer Nutzung der Gadgets. 

 «Die Menschheit wird immer kränker»

20-Minuten-Leserinnen und -Leser sind über den Fall gleichermassen bestürzt wie besorgt: «Wer macht so etwas? Wie abartig ist das? Unglaublich, wozu Leute fähig sind!», kommentiert User Samas. «Die Menschheit wird immer kränker», schreibt Mr.Energie_ch. Mehrere Mitglieder der Community finden, dass solche Objekte gar nicht auf den Markt kommen sollten. «Warum sollen jetzt alle James Bond spielen dürfen?», findet User dosen-im-schrank71. 

«Wie kann man es interessant finden, jemanden zu verfolgen, oder ständig wissen wollen, wo sich eine Person befindet?», fragt sich User Topo06. Wer fremdgehe, tue dies so oder so. «Mit einem Airtag erfährt man es eventuell einfach ein wenig früher. Doch das ist schlicht krank!» User Swissman dagegen findet: «Ein Airtag macht Geräusche, wenn sich ein fremdes Handy in der Nähe befindet. Deshalb kann damit Stalking eigentlich recht schnell entdeckt werden.»

 «Airtags sollten rückverfolgbar sein» 

Mehrere Userinnen und User geben an, Missbrauchsfälle durch moderne Gadgets vorausgesehen zu haben. Fredolo schreibt: «Ich habe ja früher schon gesagt, dass so was passieren wird. Meiner Meinung nach sollten Airtags rückverfolgbar sein für Personen, die sie finden.» Das sei technisch machbar, doch Apple wolle dies seines Wissens nicht tun. «Denn die Airtags würden so weniger attraktiv und der Absatz würde sinken.»

RedChick dagegen macht sich weniger Gedanken wegen Falschnutzung von Airtags, umso mehr dafür wegen anderer Geräte: «GPS-Tracker sind weit effektiver, nicht nur für Haustiere. Diese werden sicherlich ein Thema bleiben, da der Missbrauch meines Erachtens vorprogrammiert ist.» User Kompost24 befürchtet: «Zuerst gibts die GPS-Tracker nur für Haustiere und Kinder und plötzlich dann auch für Partner und Nachbarinnen …» Auch Arhus macht sich Sorgen: «Es lebe die ja so hochgelobte und wunderbare digitale Welt.»

Doch User DieNase findet: «An alle, die jetzt wieder gegen die ‹böse Technik› wettern: Fangt doch auch bei euch selbst an. Werft euer Smartphone weg und bezahlt nur noch in bar.» Denn auch mit Kreditkartenzahlungen könnten Bewegungsprofile erstellt werden. «Fast alles kann für kriminelle Zwecke missbraucht werden. Dennoch darf man deshalb den technischen Fortschritt nicht abwürgen.»


Hast du oder haben Personen in deinem Umfeld schon Stalking erlebt? 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Stalking betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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