Stallpflicht in der Nähe von Gewässern
Aktualisiert

Stallpflicht in der Nähe von Gewässern

Die Freilandhaltung von Geflügel ist in der Nähe von Seen und Flüssen ab dem 15. Oktober verboten. Die Massnahme zum Schutz des Geflügels vor der Vogelgrippe gilt für die Wintermonate.

Schweizer Hühner und Gänse müssen in diesem Jahr nicht mehr in der ganzen Schweiz im Stall überwintern. Der Bundesrat hat die Schutzmassnahmen gegen die Vogelgrippe neu festgelegt und nur noch für Risikogebiete entlang von grösseren Gewässern eine Stallpflicht verfügt. Die Quarantäne gilt von Mitte Oktober bis Ende April 2007.

Von der neuerlichen Stallpflicht sind nach heutigen Schätzungen rund 5.000 Geflügelhalter betroffen. Das ist weniger als ein Zehntel jener Halter, die bei den letzten beiden Verfügungen im Herbst 2005 und im Februar 2006 ihre Tiere noch während Wochen in geschlossenen Unterständen halten mussten. Ausschlaggebend für die Quarantäne ist diesmal die geographische Lage der Betriebe (siehe Liste unten).

Falls ein Halter seine Tiere in einer Distanz von höchstens einem Kilometer entlang eines grösseren Gewässers im Mittelland hält, darf er auch im kommenden Winterhalbjahr vom 15. Oktober bis 30. April 2007 seine Tiere nicht mehr frei laufen lassen. Für alle andern Betriebe gilt vorerst keine Stallpflicht.

Der Bund kann die Massnahmen gegen die Vogelgrippe bei Bedarf verschärfen oder noch weiter lockern. Vorerst sollen sie für die Ufergürtel von rund 20 Seen und Flüssen zwischen dem Bodensee und dem Genfersee gelten. Hier halten sich in den Wintermonaten bis zu einer halben Million Wasservögel auf. Die Gefahr der Übertragung des gefährlichen Vogelgrippevirus H5N1 scheint deshalb - auf Grund der Erfahrungen im vergangenen Winter - in diesen Zonen am grössten zu sein.

Die Risikozonen

Keinen Freilauf mehr gibt es in einer Zone von einem Kilometer entlang der folgenden Gewässer:

- Aare, vom Ausfluss beim Bielersee bis nach Klingnau

- Bieler See einschliesslich des Zihlkanals

- Bodensee, Obersee

- Bodensee, Untersee

- Genfersee

- Greifensee

- Hallwilersee

- Hochrhein, vom Ausfluss aus dem Bodensee bis nach Basel

- Klingnauer Stausee

- Limmat

- Murtensee

- Neuenburgersee einschliesslich Broye-Kanal

- Pfäffikersee

- Reuss ab dem Ausfluss aus dem Vierwaldstättersee

- Rhone ab dem Ausfluss aus dem Genfersee

- Sempachersee

- Stausee Niederried

- Vierwaldstättersee

- Wohlensee

- Zugersee

- Zürichsee (dapd)

Umdeklaration von Freilandgeflügel

Wenn Freilandgeflügel wegen drohender Vogelgrippe eingesperrt wird, müssen die Produkte innerhalb von zwölf Wochen umdeklariert werden. So sieht es eine Weisung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vom August vor. Sie entspricht jener in der EU.

Glück haben jene Geflügelhalter mit Freilandhaltung, die einen sogenannten Wintergarten für die Tiere haben. Sie können ihre Produkte weiterhin mit «aus Freilandhaltung» bezeichnen.

Für die anderen gilt: Nach Ablauf der zwölfwöchigen Frist ist die Kennzeichnung mit einer neuen Etikette oder einem Zusatzkleber zu ändern. Für Geflügelfleisch sind nur noch die Kennzeichnungen «Extensive Bodenhaltung» und «Besonders tierfreundliche Haltung» zugelassen und für Eier nur noch die Kennzeichnung «Bodenhaltung».

Produkte mit der Bezeichnung «biologisch», «ökologisch», «Bio-« oder «Öko-« sind von der Regelung nicht betroffen. Eine Ausnahme gilt für Bioprodukte, die mit «Freiland» beworben werden. Hier ist die Zusatzdeklaration nach Ablauf der zwölf Wochen wegzulassen oder mit einem Kleber auf das Freilandhaltungsverbot hinzuweisen.

Die Weisung wird laut dem BAG von Konsumentenorganisationen, Produzenten und Handel mehrheitlich gestützt. Gegen eine sofortige Umdeklaration, wie sie ursprünglich geplant war, waren die betroffenen Verbände Sturm gelaufen.

(SDA)

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