Aktualisiert 27.08.2012 14:47

Giftelnde Politiker«Stammtisch-Kaspar» gegen «Chaostruppe»

Die Euro-Krise geht den deutschen Politikern an die Nieren. Je stärker die Nerven flattern, desto loser wird ihr Mundwerk. Zum Anfang der Woche wird ausgeteilt, was das Zeug hält.

von
jbu

Die Diskussion um die Euro-Krise verkommt in Deutschland immer mehr zur verbalen Schlammschlacht. Es wird gelästert, beleidigt und gestänkert. Besonders die SPD schiesst scharf gegen Angela Merkel und die Unions-Parteien. So bezeichnet Generalsekretärin Andrea Nahles ihren CSU-Amtskollegen Alexander Dobrindt am Montag in Berlin als «Stammtischkasper», dessen «Zündeln am europäischen Haus» dringend unterbunden werden müsse.

Auch das Urteil des Parlamentarischen Geschäftsführers der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, fällt nicht gnädiger aus. Er mäkelt, die Bundesregierung agiere in der Euro-Krise chaotisch und planlos. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel habe zwar einen guten Ruf, aber die schlechteste Regierung in Europa. Die Menschen wollten eine solche «Chaostruppe» nicht.

Auch Dobrindt mit unschmeichelhaftem «Kosenamen» für Draghi

Auch CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt bekommt noch einmal eins aufs Dach: Er setze der planlosen Politik der Bundesregierung mit seiner «Sprache des Pöbels» die Krone auf.

Auch die Freien Wähler werfen der CSU einen «Chaoskurs» in der Europapolitik vor. «Es tut mittlerweile körperlich weh, die Verrenkungen der CSU in Euro-Fragen mit ansehen zu müssen», sagte Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger am Montag in München. Er forderte die CSU auf, bei der nächsten Bundestags- und der kommenden Europawahl nicht anzutreten.

Stein des Anstosses war die Aussage Dobrindts am Wochenende, am Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone führe kein Weg vorbei. Das Land solle ohne den Euro gesunden. Auch Dobrindt verzichtete dabei nicht auf Gifteleien. So bedachte er EZB-Präsident Mario Draghi mit der Bezeichnung «Falschmünzer».

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