Aktualisiert 07.06.2007 19:42

Stammzellenforschung soll in den USA staatlich gefördert werden

Der US-Kongress hat ein Gesetz für eine umfassende staatliche Förderung der embryonalen Stammzellenforschung verabschiedet.

Ungeachtet eines von Präsident George W. Bush angekündigten Vetos stimmte das von den oppositionellen Demokraten dominierte Repräsentantenhaus am Donnerstag für das Gesetz. 247 Abgeordnete sprachen sich dafür aus, 176 dagegen. Ein Veto Bushs könnte damit allerdings nicht überstimmt werden.

Bush hatte bereits im Juli vorigen Jahres ein ähnliches Gesetz des Repräsentantenhauses mit seinem Veto blockiert. Das Weisse Haus argumentiert, mit dem Gesetz würden Steuergelder dazu genutzt, die Zerstörung menschlichen Lebens zu Forschungszwecken zu unterstützen.

Die Demokraten hatten vor der Kongresswahl im vorigen November angekündigt, im Fall eines Wahlsiegs ein entsprechendes Gesetz in den ersten hundert Tagen zu verabschieden. Für viele Menschen lägen in der embryonalen Stammzellenforschung grosse Hoffnungen auf Heilung gefährlicher Krankheiten, sagte die demokratische Abgeordnete Diana DeGette am Donnerstag. «Leider müssen diese Menschen weiter warten und leiden wegen der Sturheit eines Mannes - Präsident Bush.» Der Präsident bekräftigte seine Haltung vor wenigen Wochen. Das Gesetz «überschreite eine moralische Grenze», erklärte er.

Bush führte im Jahr 2001 eine Förderung für embryonale Stammzellenforschung ein. Er sagte aber zu, diese auf bis dahin existente Stammzellen-Linien zu beschränken. Das neue Gesetz sieht eine Förderung unabhängig vom Alter der Stammzellen vor, stellt aber mehrere Bedingungen: Die Zellen müssen aus Kliniken stammen, die In-vitro-Befruchtungen vornehmen. Es dürfen nur solche verwendet werden, die sonst ohnehin entsorgt würden. Und die Spender müssen zustimmen.

«Wir sprechen jetzt über überzählige Embryos, aber wenn es je funktionieren sollte, müssten Millionen Embryos getötet werden», protestierte der republikanische Abgeordnete Chris Smith. (dapd)

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