Aktualisiert 30.06.2009 21:21

WimbledonStan zeigte Roger, wie Murray zu schlagen ist

Er spielte heldenhaft. Aber am Schluss blieb Stanislas Wawrinka (24) nur die Rolle des tragischen Helden. Geholfen hat er damit jedoch seinem Freund Roger Federer.

von
Marcel Allemann

«Ich habe alles gegeben. Doch es war trotzdem nicht genug. Natürlich bin ich enorm traurig», erklärte der bitter enttäuschte Romand nach dem Drama in fünf Akten am späten Montagabend. Wawrinka hat es wieder nicht geschafft, endlich in einen Viertelfinal eines Grand-Slam-Turniers ein­zuziehen. Er ist den Beweis weiterhin schuldig geblieben, ein ganz Grosser zu werden. Doch er hat seinem Freund und Olympia-Gold-Partner Roger Federer ­einen grossen Gefallen getan.

Erstens hat Wawrinka mit seiner Leistung Federers grossen Gegenspieler Andy Murray während vier Stunden auf dem Platz alles abverlangt. Murray musste viel laufen und viele Bälle schlagen. Auch seine Psyche wurden bei diesem Wechselbad der Gefühle strapaziert. Keine Frage, Murray hat Substanz verbraucht. Er gestand: «Am Schluss war ich nur noch müde.»

Zweitens hat Wawrinka gezeigt, wie man Murray schlagen kann. Taktisch war er hervorragend, mit seinem aggressiven Power-Tennis zerzauste er den Schotten. Das wird auch ­Federer konstatiert haben. Unser Champion litt zuletzt an einem Murray-Komplex, hatte er doch die letzten vier Spiele gegen die Weltnummer 3 verloren. Wawrinka hat Federer nun aufgezeigt, wie es geht. Er verpasste lediglich den krönenden Abschluss. Diesen kann dann am Sonntag Roger Federer vollenden – sofern der Traumfinal gegen Murray Tatsache wird.

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