Jungpartei lanciert Initiative: «Stand jetzt wird die Jugend vergessen»

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Jungpartei lanciert Initiative«Stand jetzt wird die Jugend vergessen»

Die Junge Mitte Kanton Zürich plant eine Kantonale Volksinitiative für eine verbesserte Versorgung psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher.

von
Lynn Sachs
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«Kinder und Jugendliche müssen für eine Abklärung bei einer Psychiaterin oder einem Psychiater bis zu einem Jahr warten. Das ist inakzeptabel», sagt Co-Präsident Benedikt Schmid.

«Kinder und Jugendliche müssen für eine Abklärung bei einer Psychiaterin oder einem Psychiater bis zu einem Jahr warten. Das ist inakzeptabel», sagt Co-Präsident Benedikt Schmid.

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Die Jungpartei will, dass die Wartezeit auf maximal vier Wochen verkürzt wird. Bei dringenden Fällen sei die Behandlung per sofort anzusetzen.

Die Jungpartei will, dass die Wartezeit auf maximal vier Wochen verkürzt wird. Bei dringenden Fällen sei die Behandlung per sofort anzusetzen.

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Darum gehts

  • Die derzeitige Gesundheitsversorgung von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen ist laut der Jungen Mitte Kanton Zürich ungenügend.

  • Die Jungpartei will deshalb eine Initiative lancieren und arbeitet aktuell den Initiativtext mit verschiedenen Verbänden aus.

Die Junge Mitte Kanton Zürich fordert, dass die Versorgung von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen verbessert wird, und plant dazu eine Volksinitiative. «Kinder und Jugendliche müssen für eine psychiatrische Abklärung bis zu einem Jahr warten. Das ist inakzeptabel», sagt Co-Präsident Benedikt Schmid (21). Die Jungpartei will, dass die Wartezeit auf maximal vier Wochen verkürzt wird. Bei dringenden Fällen, wie beispielsweise Suizidalität, sei die Behandlung per sofort anzusetzen.

Letztes Jahr hat der Zürcher Regierungsrat acht Millionen gesprochen, um neue Behandlungsangebote zu schaffen. «Das reicht nicht aus. Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden. Die Politik muss endlich handeln und die Problematik ernst nehmen. Stand jetzt wird die Jugend vergessen», sagt Schmid.

«Trend hat sich seit der Pandemie verschärft»

Es müsse in Prävention und Aufklärungsarbeit investiert werden. «Langfristig kann so Geld eingespart werden, denn Intensivbetreuung ist teurer als Präventionsmassnahmen», so Schmid. Aktuell arbeitet die Partei den Initiativtext mit verschiedenen Verbänden aus. Dieser soll im Juni an die Staatskanzlei übergeben werden. Die Jungpartei will die Initiative am 26. August lancieren. 

Laut Pro Juventute stellt man seit Jahren fest, dass sich der psychische Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen stetig verschlechtert. «Dieser Trend hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie noch verschärft», sagt Sprecher Jan Schlink.

Jegliche Stellen von der Erstberatung bis zur akuten psychiatrischen Hilfe seien überlastet. «Es muss etwas passieren. Kurzfristig müssen alle Elemente der Versorgungsstruktur finanziell gestärkt und ausgebaut werden. Langfristig braucht es veränderte politische Prioritäten und einen weitsichtigen Ausbau der Kapazitäten», sagt Schlink. 

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

VASK, regionale Vereine für Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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