Kanton Bern: Stand-Up-Paddler bringen Schwimmer in Gefahr
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Kanton BernStand-Up-Paddler bringen Schwimmer in Gefahr

Auf den Berner Gewässern tummeln sich immer mehr Stand-Up-Paddler. Viele von ihnen halten sich aber nicht an die Regeln – und gefährden so Mensch und Tier.

von
kaf
Auch beim Stand Up Paddling gelten die Schifffahrtsgesetze, sonst kann es gefährlich werden.

Auch beim Stand Up Paddling gelten die Schifffahrtsgesetze, sonst kann es gefährlich werden.

Keystone/Sigi Tischler

Stand-Up-Paddling (SUP) erobert die Berner Seen und Flüsse. Immer mehr Leute begeistern sich für die Trendsportart und nehmen das Paddel in die Hand. Doch ganz so harmlos ist das Vergnügen nicht: Zunehmend gibt es Klagen über Fehlverhalten der Paddler, wie das «Bieler Tagblatt» schreibt.

«Ein Unfall geschieht so schnell», sagt etwa Fritz Oertli, Chefbademeister im Nidauer Strandbad am Bielersee. Unachtsame SUP-ler würden Schwimmer mit ihren Paddel oder ihren Brettern am Kopf treffen. Dies könne zu lebensgefährlichen Situationen führen.

Vermieter klären die Paddler über Regelungen auf

«Wir haben ständig Beschwerden wegen unvorsichtigen Paddlern», sagt auch Daniel Reinhart von der SUP-Vermietung und - Schule Honu SUP zu 20 Minuten. Der Sport könne sowohl für Schwimmer als auch für die Paddler gefährlich sein – deshalb kämpfe Honu ständig darum, dass sich die Sportler an die Regeln halten. «Wer bei uns eine Ausrüstung mietet, wird instruiert», sagt Reinhart. Dabei würden sie auf die wichtigsten Regelungen und Schutzzonen hingewiesen und müssen – «wie eigentlich bei allen Vermietern» – unterschreiben, dass sie diese durchgelesen haben. «Dann zeigen wir ihnen, wie man paddelt.» Erst danach dürften sie aufs Wasser. Dass sich die Paddler auch tatsächlich an die Verhaltensregeln halten, könne er aber nicht garantieren.

Dabei sind die Regeln klar: Kursschiffe, Berufsfischer und Segelschiffe haben Vortritt, ab 300 Meter Entfernung zum Ufer ist eine Schwimmweste obligatorisch und Naturschutz- und für die Schifffahrt gesperrte Zonen sind tabu. Darunter fallen auch die mit Bojen abgesperrten Schwimmer-Bereiche. Doch besonders die letzte Regel wird oft gebrochen – sehr zum Missfallen von Bademeistern, wie Oertli bestätigt.

Auch erfahrene Paddler missachten die Regeln

Es sei aber nicht so, dass sich nur Anfänger falsch verhalten: «Viele Erfahrene denken sich ‹Ich bin ja gleich weg› und fahren durch die Schwimmer-Zone», sagt Reinhart. Die Anfänger seien sich aber oft nicht bewusst, dass sie gegen die Regeln verstossen. Deshalb empfiehlt Reinhart, zuerst einmal eine SUP-Ausrüstung zu mieten und sich instruieren lassen: «Es ist besser, sich zuerst die Grundlagen zeigen zu lassen.» Auf keinen Fall solle man sich einfach ein Brett kaufen und sich die Sportart selber beibringen.

Aber nicht nur das Paddeln durch gesperrte Zonen sorgt für Ärger, sondern auch die fehlende Toleranz für Wasservögel ausserhalb von Naturschutzgebieten. So beklagen Tierschützer, dass die vielen Stand-Up -Paddler im Bieler Zihlkanal die Wildtiere störe. Diese nisten im Schilf entlang des engen Kanals und könnten den Outdoorsportlern nicht ausweichen. Besonders der Fall eines aggressiven Schwans erzürnte die Tierschützer: Dieser wurde anfangs Sommer an den Neuenburgersee umgesiedelt, nachdem er mehrere Paddler angegriffen hatte.

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