Dübendorf: Stapi begrüsst Ende des Militärflugplatzes

Aktualisiert

DübendorfStapi begrüsst Ende des Militärflugplatzes

Dass die Armee den Flugplatz Dübendorf nicht mehr braucht, freut Stadtpräsident Lothar Ziörjen. Er hofft, dass der Bund jetzt auch die zivilen Luftfahrtpläne begräbt.

von
sda/rom

Aus Spargründen verzichtet die Schweizer Armee künftig unter anderem auf den Militärflugplatz Dübendorf. Er wird lediglich noch als Helikopterbasis weiter bestehen, wie das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Dienstag mitteilte. In Dübendorf waren Ende 2005 die letzten Kampfjets gestartet. Seitdem nutzt das Militär den Flugplatz als sogenannte Sleeping Base.

«Der seit Längerem erwartete Entscheid des VBS bedeutet für uns einen Meilenstein und ist ein Schritt in die richtige Richtung», sagt Dübendorfs Stadtpräsident Lothar Ziörjen (BDP). Trotzdem kann er noch nicht aufatmen, denn das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) plant eine militär- und zivil-aviatische Mischnutzung. Will heissen: Business-Jets bis 50 Tonnen Gewicht sollen in Dübendorf künftig starten und landen dürfen.

Bazl sucht Betreiber

«Raumplanerisch macht es keinen Sinn, wenn im dicht besiedelten Glattal neben dem Flughafen Kloten noch ein weiterer Zivilflugplatz existiert», sagt Ziörjen. Zudem behindere eine solche Nutzung auch den geplanten Innovationspark. Für das Bazl jedoch schliesst das eine das andere nicht aus. Deshalb sucht es einen Betreiber für die Zivilaviatik und publiziert die entsprechende Ausschreibung in den nächsten Wochen. Im Sommer 2014 soll dann der Bundesrat darüber entscheiden.

Ziörjen hofft derweil auf den Zürcher Kantonsrat: Dieser befindet voraussichtlich im Frühling 2014 über den kantonalen Richtplan. Darin beantragt der Regierungsrat dem Parlament die Streichung der Hauptpiste in Dübendorf. «Damit würde der Zivilaviatik der Riegel geschoben», sagt Ziörjen. Kein Problem hätten Dübendorf und die anderen Anrainer-Gemeinden mit dem Fortbestand der Helikopterbasis.

Regierungsrat äussert sich positiv

Auch der Zürcher Regierungsrat begrüsst in einer Mitteilung, dass mit der Abkehr von der militärisch-aviatischen Nutzung der Flugpiste «ein weiterer Schritt zu einem Innovationspark» gemacht werde. Die Realisierung eines solchen Projekts ist eines der Legislaturziele des Regierungsrates. Er wehrt sich aber gegen zusätzliche Zivilluftfahrt.

Auf rund 70 der 290 Hektaren des Flugplatzareals plant der Kanton einen Innovationspark. Dieser wird Hochschulen und Firmen gleichermassen dienen. Die restlichen 220 Hektaren sollen wie bisher landwirtschaftlich genutzt werden.

Deine Meinung