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Stapo: Beweisfoto per Handy

Der Fotohandy-Boom schlägt auch bei den Berner Stadtpolizisten ein. Sie halten besonders krasse Verkehrssünden auf Bildern fest.

Neulich beim Berner Güterbahnhof: Eine Polizistin zückt ihr Handy und nimmt einen LKW ins Visier. Er wurde derart rücksichtslos parkiert, dass auf dem Trottoir niemand mehr durchkommt. Die Polizistin schiesst ein Bild, das sie später im Büro auf den Computer lädt. Für den Lastwagenfahrer wird es peinlich, falls er seinen Fehler bestreitet – er wird mit dem Beweisfoto konfrontiert.

Immer mehr Stadtpolizisten und Angestellte des Verkehrsdienstes sind mit modernen Diensthandys ausgerüstet. «Es liegt in ihrem Ermessen, ob sie Fotos machen», sagt Thomas Jauch von der Stapo. Besonders nützlich seien die Bilder in strittigen Fällen. «Auch unsere ‹Kunden› profitieren, denn es ist durchaus möglich, dass eine Anzeige nach Auswertung des Fotos zurückgezogen wird», sagt Jauch. Um den Datenschutz zu wahren, werden die Bilder regelmässig gelöscht.

Noch nicht ganz so weit ist man bei den anderen Polizeicorps. «Unsere Diensthandys haben keine Foto-Funktion», sagt Heinz Pfeuti von der Kantonspolizei Bern. Vor Gericht hätten die Aussagen der Polizisten auch ohne Bildbeweis Bestand. Auch die Kapo Solothurn muss vorläufig noch ohne Kamera-Handys auskommen.

Patrick Marbach

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