Bowie, Stones, Hendrix: Star-Fotograf Jim Rakete wird 70 – und dreht einen Film über Greta Thunberg
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Bowie, Stones, HendrixStar-Fotograf Jim Rakete wird 70 – und dreht einen Film über Greta Thunberg

Er porträtiert internationale Promis genauso wie obdachlose Strassenkinder. Der Fotograf Jim Rakete sucht stets nach guten Ideen. Für sein aktuellstes Projekt begleitete er die Klimastreikenden.

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Star-Fotograf Jim Rakete wird 70 Jahre alt.

Star-Fotograf Jim Rakete wird 70 Jahre alt.

picture alliance / dpa
Er fotografierte Grössen der deutschen und internationalen Musik.

Er fotografierte Grössen der deutschen und internationalen Musik.

Armin Weigel/dpa
2021 kommt ein Dokumentarfilm von ihm über den Klimastreik in die Kinos.

2021 kommt ein Dokumentarfilm von ihm über den Klimastreik in die Kinos.

Federico Gambarini/dpa

Schwarz-Weiss ist seine Farbe. Für Jim Rakete ist es die hohe Schule der Fotografie. Vor allem mit seinen schwarz-weissen Porträts ist Rakete aufgestiegen vom jungen Pressefotografen, der Willy Brandt Ende der 60er Jahre während einer Mai-Kundgebung in Berlin ablichtete, zum international gefeierten Fotokünstler. Begleitet wird der Weg von viel Musik, grossen Namen und einem Haufen Kreativität. Am 1. Januar wird Jim Rakete 70 Jahre alt.

Er habe «einige der besten Phasen der Fotografie erwischt», sagt Rakete der dpa in Berlin. Highlights in der Jazzfotografie, Krisenreportagen, Sport, Rock’n'Roll, Mode und eben Porträt. «Fotos waren für grosse Momente, zur Erinnerung.» Er habe zwar als Reporter begonnen, sei dann aber «rasch zu den Themen abgebogen, die mich wirklich interessierten.» Und die damit verbundenen Menschen. «Die Fotografie war für mich ein Schlüssel zu einer anderen Welt.»

Jim Rakete fotografiert die Stars

Dort trifft er Creedence Clearwater Revival hinter der Bühne, Jimi Hendrix, David Bowie am Bahnhof oder die Rolling Stones auf einem Schiff. Rakete konzentriert sich zunehmend auf Porträts, kehrt nach anderen Schwerpunkten immer wieder zurück zu der einen Person gegenüber der Kamera. So wird Fotografie für ihn zu einem Moment, der die Zeit anhält. Mit Jürgen Vogel oder Natalie Portman. Jenny Holzer oder Samuel Beckett.

Beim Blick auf die aktuelle Fotografie ist Rakete skeptisch. «Die iPhone-Welt hat aus der gesamten Erdbevölkerung Fotografen gemacht», sagt er. «Die schnöde Logik ist: wenn jeder Fotograf ist, dann ist keiner mehr Fotograf.» Selfies von heute verstellen für ihn den Blick auf das, was Fotografie mal erzählen wollte. «Ich hege ein tiefes Misstrauen gegenüber allen Bildern, die mehr über den Fotografen erzählen wollen, als über den Fotografierten.»

Raketes Arbeit eröffnet ihm neue Möglichkeiten. Ende der 70er Jahre entsteht in Berlin die Fabrik Rakete, ursprünglich ein Fotostudio «mit einem Thinktank, aus dem dann aber ein regelrechtes Rockmanagement für viele deutsche Bands wurde.» Auch hier finden sich wieder bekannte Namen: Nina Hagen, Spliff, Nena, Edo Zanki, Interzone, Die Ärzte.

Mit der Klimabewegung unterwegs

Sein jüngstes Projekt «Now», Raketes erster Kinofilm, hat wieder viel mit Engagement zu tun. «In meinem Leben ist dieser Film eine Pointe. Ich bin ja mal Fotograf geworden in der 68er Revolte und habe dafür die Schule sausen lassen. Und nun schliesst sich ein Kreis.» Für den Film hat Rakete die Klimabewegung begleitet. «Gibt es ein grösseres Problem für die Menschen seit der Eiszeit? Ich hatte spontan das Gefühl, dass wir denen eine Stimme geben müssen, die vom Klimawandel unmittelbar betroffen sein werden.»

Er porträtiert internationale Promis genauso wie obdachlose Strassenkinder. Der Fotograf Jim Rakete sucht stets nach guten Ideen. Zu seinem 70. Geburtstag realisiert er wieder ein grosses Projekt.

Ach ja, der Name. Jim Rakete mag gar nicht mehr darüber sprechen. Günther wurde schon als Kind nur Jim genannt. Der Rest geht auf einen Standesbeamten zurück, der den Namen Raquette hugenottischer Vorfahren eindeutschte.

(DPA)

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