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«Ich war geblendet vom Schmerz»Star-Sprinterin Richardson verpasst wegen Cannabis-Sperre die Spiele

Sha’Carri Richardson galt als Gold-Favoritin für die USA bei den Olympischen Spielen in Tokio. Nach ihrem Sieg am 19. Juni wurde sie positiv auf Marihuana getestet – mit gravierenden Folgen.

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Mit 10,86 Sekunden feierte Sha’Carri Richardson ihren Sieg auf 100 Meter am 19. Juni in Eugene. 

Mit 10,86 Sekunden feierte Sha’Carri Richardson ihren Sieg auf 100 Meter am 19. Juni in Eugene.

USA TODAY Sports
Nach ihrem Erfolg wurde die Sprinterin positiv auf die in Marihuana enthaltene Substanz THC getestet. 

Nach ihrem Erfolg wurde die Sprinterin positiv auf die in Marihuana enthaltene Substanz THC getestet.

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Ihr Sieg wurde ihr daraufhin aberkannt. Sie nannte als Grund für ihr Handeln einen Schicksalsschlag.

Ihr Sieg wurde ihr daraufhin aberkannt. Sie nannte als Grund für ihr Handeln einen Schicksalsschlag.

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Darum gehts

  • Die US-Sprinterin Sha’Carri Richardson wurde nach ihrem Sieg am 19. Juni 2021 positiv auf die in Marihuana enthaltene Substanz THC getestet.

  • Ihre Erfolge bei den US-Trials wurden daher aberkannt und die Sprinterin für 30 Tage suspendiert.

  • Sie verpasst daher die Olympischen Spiele in Tokio.

Die US-Sprinterin Sha’Carri Richardson ist aktuell die schnellste Frau der Welt – und das mit erst 21 Jahren. Doch nun gibt es für den Jungstar einen herben Rückschlag: Sie verpasst mindestens das 100-Meter-Rennen der Frauen an den Olympischen Spielen in Tokio. Grund dafür: Sie wurde nach ihrem Sieg am 19. Juni bei den US-Olympia-Trials in Eugene positiv auf Cannabis getestet. So wurde ihr Erfolg bei den Trials gestrichen und Richardson für 30 Tage suspendiert.

Die 21-Jährige sieht ihren Fehler offenbar ein und betont: «Ich möchte Verantwortung für mein Handeln übernehmen. Ich weiss, was ich getan habe. Ich weiss, was ich tun soll, was ich nicht tun darf, und ich habe diese Entscheidung trotzdem getroffen.»

Schicksalsschlag sei der Auslöser für ihr Handeln gewesen

Grund für ihre unüberlegte Handlung soll ein Schicksalsschlag gewesen sein. Denn Richardson hatte vor Kurzem ihre Mutter verloren. «Ich war definitiv getriggert und geblendet von Emotionen, geblendet vom Schmerz und dem Verstecken des Schmerzes», sagte die Sprinterin. Auf diese Art und Weise habe sie versucht, ihren Schmerz zu verbergen.

Der US-Leichtathletikverband Ustaf teilte mit, dass die Situation von Richardson «für alle Beteiligten unglaublich unglücklich und verheerend» sei. Der Verband wolle nun enger mit der Sprinterin zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass sie ab sofort und in Zukunft Unterstützung bei psychischen Herausforderungen in Anspruch nehmen und darauf zurückgreifen könne.

US-Sportstars haben Richardsons Tat verteidigt und forderten die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA auf, die Sprinterin doch starten zu lassen. So schrieb der ehemalige Sprint-Olympiasieger Michael Johnson auf Social Media: «Ich weiss nicht, warum Marihuana verboten ist. Vielleicht aus einem guten Grund, vielleicht auch nicht. Ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn man einen Elternteil verliert. Unbeschreiblicher Schmerz!» Football-Superstar Patrick Mahomes meinte: «So ein Müll – lasst sie einfach nur laufen.» Der Ex-NBA-Star Dwyane Wade warf Bundesstaaten mit Marihuana-Verbot Doppelmoral vor: «Die Mehrheit von euch Gesetzesmachern raucht doch selbst Marihuana und investiert wahrscheinlich sogar in THC-Unternehmen.»

Richardsons Suspendierung endet am 27. Juli, sodass sie zumindest die Chance hätte, im Olympischen Staffelrennen für die USA eingesetzt zu werden. Dazu äusserte sich der Verband jedoch nicht.

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(dpa/skl)

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