27.02.2018 04:46

Alan Shapiro

«Star Trek»-Forscher doziert bald in Luzern

Bekannt ist Medientheoretiker Alan Shapiro wegen seiner Analysen zur Science-Fiction-Kultserie «Star Trek». Im Frühling unterrichtet er als Gastdozent an der HSLU.

von
gwa
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Was die Kultserie «Star Trek» und die Hochschule Luzern (HSLU) verbindet? Ein Mann namens Alan Shapiro: Der Medientheoretiker und Zukunftsdesigner erlangte Bekanntheit mit seinen Abhandlungen zur Serie. Ab März ist er als Gastdozent an der HSLU tätig. Shapiro beschäftigt sich unter anderem mit den Auswirkungen, die Science Fiction auf den technischen Frotschritt hat. Ein Beispiel dafür ist etwa der Communicator aus der Serie, den Captain Kirk (William Shatner, links) in der Hand hält.

Was die Kultserie «Star Trek» und die Hochschule Luzern (HSLU) verbindet? Ein Mann namens Alan Shapiro: Der Medientheoretiker und Zukunftsdesigner erlangte Bekanntheit mit seinen Abhandlungen zur Serie. Ab März ist er als Gastdozent an der HSLU tätig. Shapiro beschäftigt sich unter anderem mit den Auswirkungen, die Science Fiction auf den technischen Frotschritt hat. Ein Beispiel dafür ist etwa der Communicator aus der Serie, den Captain Kirk (William Shatner, links) in der Hand hält.

Hier eine etwa bessere Aufnahme einer Reproduktion des Communicators? Für welches Produkt könnte dies wohl eine Inspiration gewesen sein?

Hier eine etwa bessere Aufnahme einer Reproduktion des Communicators? Für welches Produkt könnte dies wohl eine Inspiration gewesen sein?

Richtig! Das klappbare Handy! Sogenannte Clamshell-Telefone wurden ab Mitte der 1990er-Jahre verkauft.

Richtig! Das klappbare Handy! Sogenannte Clamshell-Telefone wurden ab Mitte der 1990er-Jahre verkauft.

AP/Roberto Pfeil

Den Fans von «Star Trek» dürfte sein Name ein Begriff sein: Alan Shapiro. Der Medientheoretiker und Zukunftsdesigner aus den USA hat mit wissenschaftlichen Abhandlungen über die Kultserie internationale Bekanntheit erlangt. Im März wird Shapiro an der Hochschule Luzern (HSLU) als Gastdozent das Fach «Gestaltende Zukunftsforschung» unterrichten.

«Er war einer der frühen Wissenschaftler, die ‹Star Trek› nicht lediglich als einfache Unterhaltung für das Massenpublikum ansahen», sagt Andres Wanner, der Leiter des Bachelorstudiums Digital Ideation an der HSLU. «Schon früh war er der Ansicht, dass die Science-Fiction-Serie vergleichbare Beachtung verdient, wie dies etwa auch bei Goethes ‹Faust› der Fall ist», so Wanner weiter.

«Communicator als Vorlage für Klapphandys

So habe Shapiro etwa Analysen und Forschung zur der Serie betrieben, die «relevant für die heutige Designwelt» seien. Aus der Science-Fiction-Serie, die 1966 Premiere feierte, gibt es Beispiele für Design-Ideen und Technik, die später in der realen Welt so entwickelt wurden.

Wanner nennt etwa das klappbare Handy, das vom «Communicator» aus «Star Trek» im Design inspiriert ist: Auch das Gerät aus der Serie hat einen Klappmechanismus und wird zur drahtlosen Kommunikation genutzt. «Das sind nicht Parallelwelten, die lediglich der Unterhaltung dienen. Vielfach entstehen bei der Umsetzung solcher Science-Fiction-Serien Ideen, die in der Zukunft tatsächlich so entwickelt und angewendet werden.

Science Fiction treibt Forschung voran

«Scifi ist nicht nur Fantasy: Auf literarischer Ebene untersucht sie den Einfluss der Technologie auf unsere Gesellschaft, wie beispielsweise im Film ‹Her› von Spike Jonze, in der sich der Protagonist in eine weibliche künstliche Intelligenz verliebt», sagte Shapiro in einem Interview, das im Magazin der HSLU erschienen ist. «Auf einer technischen Ebene treibt Scifi mittlerweile sogar die Forschung voran, statt nur von dieser inspiriert zu werden.»

Deshalb versuche Shapiro, den Studenten «gesellschaftskritische und gleichermassen utopische Werte zu vermitteln», wie er weiter sagt. «Dabei kann ich sie hoffentlich dazu inspirieren, die Informatik als offene Disziplin zu betrachten, in der auch Designfragen sowie die Geistes- und Sozialwissenschaften ihren Platz haben. Ethische und soziale Fragen des Programmierens müssen längerfristig in den Vordergrund rücken und das reine Machbarkeitsdenken ablösen.»

Gesellschaftliche Herausforderungen

«Der Studiengang Digital Ideation ist eine Kombination zwischen Design und Informatik», sagt Wanner. Hinzu kämen vielerlei verschiedene Punkte, mit denen die Studenten während des Studiums in Berührung kommen – so auch beim Fach Gestaltende Zukunftsforschung. «Vieles dreht sich auch um gesellschaftliche Herausforderungen der Zukunft.» Dabei sollen sich die Studenten von verschiedenen theoretischen Feldern inspirieren lassen wie Philosophie, Medientheorie oder eben Science Fiction.

Danach sollen sie ihr Wissen in praktischen Projekten umsetzen. Beispiele gebe es viele: Virtual Reality und Augmented Reality, künstliche Intelligenz, Mobilität oder etwa Blockchain-Technologie. «Die Studierenden verfassen eine schriftliche Seminararbeit.» Deren Inhalt können sie nicht nur als Vortrag, sondern auch als Tanz oder Kunstinstallation präsentieren, das ist ihnen selbst überlassen.

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