«Garage Hopping»: Starb Diren D. wegen einer Mutprobe?
Aktualisiert

«Garage Hopping»Starb Diren D. wegen einer Mutprobe?

Neue Details im Fall des getöteten Hamburger Austauschschülers Diren D.: Der 17-Jährige soll gemeinsam mit einem Freund schon mehrfach in Garagen im Ort Missoula eingedrungen sein.

von
kko

Über eine Woche nach den tödlichen Schüssen auf den deutschen Teenager im US-Bundesstaat Montana gibt Paul Ryan, der Verteidiger des Schützen, weitere Informationen zu dem Vorfall bekannt.

Gemäss der Aussage des Freundes, mit dem Diren in der Nacht seines Todes unterwegs war, seien die beiden zusammen «bei mindestens drei oder vier verschiedenen Gelegenheiten» in Garagen in Missoula eingedrungen, sagte Ryan.

Dabei handle es sich um das sogenannte «Garage Hopping», das eine bei den Jugendlichen in der Gegend verbreitete Mutprobe sein soll. Ziel dabei ist es, Alkohol aus den fremden Kühlschränken zu stehlen. Der Staatsanwalt bestätigte die Angaben zunächst nicht.

Wie die Lokalzeitung «The Missoulian» berichtet, war der Freund des jungen Hamburgers ebenfalls Austauschschüler. Er sei mittlerweile wieder in seine Heimat Ecuador zurückgekehrt.

Drogentest angeordnet

Diren D. war am 28. April im Ort Missoula in Montana in der Garage des 29-jährigen Markus K. erschossen worden. Dieser muss sich nun wegen vorsätzlicher Tötung vor Gericht verantworten, er beteuert, habe aus Notwehr geschossen. Er hatte in der Garage eine Falle für Einbrecher aufgebaut.

Der Markus K. war vor der Tat bereits zweimal Opfer eines Einbruchs geworden. In der Garage hatte er nach Aussage seiner Freundin Marihuana gelagert, das bei den Einbrüchen gestohlen wurde.

Bei den Ermittlungen prüfen die Behörden nun auch, ob der Täter unter Alkohol oder Drogen stand. Ein Bluttest wurde nach der Tat angeordnet. Die Ergebnisse werden voraussichtlich aber nicht veröffentlicht werden, solange die Untersuchungen laufen.

Vergangene Woche überführte der Vater von Diren D. den Leichnam seines Sohnes nach Deutschland. Die Trauerfeier fand am Wochenende in Hamburg statt. Am Montag wurde der türkischstämmige Teenager dann in Bodrum in der Türkei beigesetzt. (kko/sda)

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