Aktualisiert 03.12.2018 12:37

WebfilterStarbucks blockiert Pornos, Youporn kontert

Auf Druck von Konsumentenschützern soll Starbucks bald WLAN-Filter gegen Pornos einsetzen. Auch McDonald's arbeitet an Pornofiltern.

von
R. Knecht
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Starbucks will 2019 Pornofilter lancieren.

Starbucks will 2019 Pornofilter lancieren.

Kunden sollen über das lokale Netz nicht mehr auf Pornoplattformen zugreifen können.

Kunden sollen über das lokale Netz nicht mehr auf Pornoplattformen zugreifen können.

20 Minuten/rkn
Momentan können Nutzer aber noch ungehindert auf die Websites zugreifen, wie ein Test von 20 Minuten zeigt.

Momentan können Nutzer aber noch ungehindert auf die Websites zugreifen, wie ein Test von 20 Minuten zeigt.

20 Minuten/rkn

Im kommenden Jahr will Starbucks eine Software-Lösung lancieren, die Café-Besucher daran hindern soll, übers lokale WLAN Pornos zu schauen. Das Unternehmen war schon seit Jahren unter Druck, etwas gegen den Pornokonsum über das öffentliche Netzwerk zu unternehmen, wie «Business Insider» berichtet.

Rund 25'000 Personen haben eine Petition unterschrieben, die Starbucks dazu auffordert, Pornofilter einzurichten. Sie stammt von den Konsumentenschützern der Organisation Enough Is Enough, die zuvor bereits Restaurantketten wie McDonald's dazu bewegt hatte, in den USA Pornofilter einzuführen.

Donna Rice Hughes, Präsidentin von Enough Is Enough, kritisiert, dass Starbucks sich nicht um das Anliegen der Organisation kümmere.

Im Café, Zug oder Auto: Schauen Sie auch manchmal Pornos in der Öffentlichkeit? Warum? Und wurden Sie auch schon erwischt?

Laut dem Bericht wird Starbucks die Filterlösung vorerst in den USA lancieren. Ob ähnliche Massnahmen auch in der Schweiz ergriffen werden, ist derzeit nicht klar: Starbucks nutze hier Filter nach den Richtlinien der Internet Watch Foundation, heisst es auf Anfrage von Bluewin.

Diese Filter blockieren gängige Pornoportale aber nicht, wie ein Test von 20 Minuten zeigt. Starbucks schreibt zwar in den Nutzungsbedingungen, denen man bei der Registration zustimmen muss, dass Inhalte blockiert werden können, «wenn sie als rechtswidrig, geschmacklos oder für die Umgebung, in der der Service zur Verfügung gestellt wird, als unpassend angesehen werden». Im Test konnten Besucher allerdings ungehindert auf Streaming-Sites mit pornografischen Inhalten zugreifen.

McDonald's will künftig Pornos blockieren

Auch bei vielen anderen Restaurants ist der Zugriff auf sexuell explizite Inhalte über das öffentliche WLAN möglich. 20 Minuten testete etwa den Zugang bei Fast-Food-Ketten: Weder McDonald's noch Burger King blockieren Pornoseiten. Dabei nutzt McDonald's im US-Heimmarkt bereits seit längerem Filter für pornografische Inhalte.

Eine Sprecherin von McDonald's sagt zu 20 Minuten: «Aktuell arbeiten wir daran, den Zugang zu pornografischen Seiten in Zukunft einzuschränken.» In den Liechtensteiner Restaurants seien bestimmte Inhalte dieser Art bereits gesperrt, da dort andere gesetzliche Richtlinien gelten würden.

Migros und SBB blockieren Pornoseiten

Wer allerdings im Migros-Restaurant übers WLAN ein schlüpfriges Filmchen anschauen möchte, hat Pech: Im Netz der Migros kommt die Meldung, die Website sei gesperrt. Eine Sprecherin erklärt, dass das WLAN vor allem für die Nutzung der Migros-App und interne Services bestimmt sei. «Inhalte, welche klar nicht diesen primären Verwendungszwecken entsprechen, können deshalb limitiert beziehungsweise gesperrt sein», so die Sprecherin. Bei Coop hingegen konnten Nutzer im Test problemlos auf die Portale zugreifen.

Eine weitere Ausnahme bildet das WLAN der SBB: Dort erscheint die Meldung, dass der Nutzer einen Kinderschutz-Filter aktiviert habe. Die URL werde aus Jugendschutzgründen, oder weil es sich um Schadsoftware handle, geblockt. Ein Sprecher des Unternehmens weist darauf hin, dass die SBB auch auf ihrer Website schreibt, dass Pornoplattformen zum Schutz der Jugend blockiert würden.

Youporn schlägt zurück

In Reaktion auf die Pläne von Starbucks hat die Porno-Plattform Youporn reagiert: Wie «Forbes» schreibt, hat Vizepräsident Charlie Hughes ein Memo verschickt, das Starbucks-Produkte in den Youporn-Büros verbietet. «Starbucks-Produkte werden ab 1. Januar offiziell von Youporn-Büros verbannt sein», heisst es in dem Schreiben, das laut dem Bericht wohl nicht 100 Prozent ernst gemeint ist.

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