Starbucks will seinen Kaffee-Becher abschaffen
Starbucks’ neues Konzept für mehr Nachhaltigkeit: Ein recycelbarer Pfandbecher soll den ikonischen Plastikbecher bald ersetzen.

Starbucks’ neues Konzept für mehr Nachhaltigkeit: Ein recycelbarer Pfandbecher soll den ikonischen Plastikbecher bald ersetzen.

Toni Ferreira/Pexels
Publiziert

«Symbol einer Wegwerfgesellschaft»Starbucks schafft seinen ikonischen Becher ab

Der Umwelt zuliebe sollen Kundinnen und Kunden der amerikanischen Kaffeekette Starbucks ihre Becher selbst mitbringen oder per Pfand ausleihen können. Das ist aber noch nicht alles. 

von
Luise Faupel

Der weisse To-Go-Becher mit der ikonischen grünen Meerjungfrau von Starbucks ist weltweit bekannt. Auch der transparente Plastikbecher scheint von den Strassen nicht mehr wegzudenken – leider im wahrsten Sinne des Wortes: Die Becher produzieren ziemlich viel Müll. Das möchte das Kaffeeunternehmen ändern.

Neues Programm mit Pfand

«Unser Becher ist allgegenwärtig und wir lieben das. Aber er ist auch dieses allgegenwärtige Symbol einer Wegwerfgesellschaft», so Michael Kobori, Chief Sustainability Officer von Starbucks. Die beste Lösung sei es, den Becher zu eliminieren.

Starbucks-Filiale in den USA. Hier ist vor allem auch das Konzept «Drive-Thru» beliebt.

Starbucks-Filiale in den USA. Hier ist vor allem auch das Konzept «Drive-Thru» beliebt.

Dom J / Pexels
Starbucks Iced Latte und Co. werden in durchsichtigen Plastikbechern verkauft. Doch nicht mehr lange. 

Starbucks Iced Latte und Co. werden in durchsichtigen Plastikbechern verkauft. Doch nicht mehr lange. 

Unsplash
Die weissen Kaffeebecher mit Meerjungfrau von Starbucks sind zum Symbol der Wegwerfgesellschaft geworden.

Die weissen Kaffeebecher mit Meerjungfrau von Starbucks sind zum Symbol der Wegwerfgesellschaft geworden.

REUTERS/Carlo Allegri

Bis 2025 soll sich jede Kundin und jeder Kunde deshalb einen wiederverwendbaren To-Go-Becher von Starbucks ausleihen können. Umgesetzt werden soll das mit einem Ausleihprogramm mit Pfand, das aktuell getestet wird. Der Pfandbecher kann hier jederzeit zurückgebracht und das Pfandgeld ausgezahlt werden.

Bring deinen Becher 2.0

Ausserdem sollen Kundinnen und Kunden fortan wieder die Möglichkeit erhalten, auch ihren eigenen persönlichen Mehrwegbecher füllen zu lassen. Das ging bereits vor Corona, wurde in der Pandemie untersagt und ist laut Schweizer Pressestelle jetzt aber bereits wieder gestattet. Bis Ende nächsten Jahres soll das Konzept dann auch für den in den USA und Kanada beliebten Drive-Thru genehmigt werden.

Wer seinen eigenen Becher oder seinen Pfandbecher mitbringt, soll von Starbucks Vergünstigungen erhalten – bereits jetzt erhält man in der Schweiz 80 Rappen, wenn man einen Mehrwegbecher verwendet. Für den Gebrauch von Plastikbechern, wie oben, soll in der Übergangsphase dagegen eine Gebühr erhoben werden. So soll der bisherige Starbucks-To-Go-Becher weniger attraktiv gemacht werden und nach und nach auslaufen.

Abwaschbarer Pfandbecher

Der Plan ist dennoch eine Herausforderung, denn Starbucks’ Kaffeefans sind es gewohnt, spontan ohne eigenen Becher zu bestellen und den leeren Becher wegzuwerfen, statt ihn zurückzubringen oder dreckig in der Tasche herumzutragen. Deshalb kam es zu einer weiteren Idee.

Der neue recycelbare Pfandbecher von Starbucks.

Der neue recycelbare Pfandbecher von Starbucks.

Starbucks
Der neue Starbucks-Becher soll mehrere Male wiederverwendet werden und so zehn herkömmliche Einwegbecher ersetzen können.

Der neue Starbucks-Becher soll mehrere Male wiederverwendet werden und so zehn herkömmliche Einwegbecher ersetzen können.

Starbucks
Um den neuen Becher abwaschen oder recyceln zu lassen, wird er in bestimmte Behälter geworfen.

Um den neuen Becher abwaschen oder recyceln zu lassen, wird er in bestimmte Behälter geworfen.

Starbucks

«Wir wissen, dass selbst die eifrigsten Kundinnen und Kunden und Nachhaltigkeits-Champions ihr Verhalten nicht so leicht ändern», sagt Amelia Landers, Vice President of Product Experience bei Starbucks. Ein weiteres Konzept wurde entwickelt: «Wir haben deshalb noch dazu einen neuen abwaschbaren Becher entwickelt und auch hier Tests des Ausleihprogramms getestet.»

Im Test zahlten Kundinnen und Kunden für den neuen Becher eine Gebühr von einem US-Dollar und mussten den Becher in einen speziellen Behälter im Shop zurückgeben, um ihren Dollar zurückzubekommen. Ein Zweitunternehmen sei dann wiederum für die Reinigung der Becher aus dem Behälter zuständig.

Was ist am neuen Starbucks-Becher anders?

«Der neue Starbucks-Becher kann abgegeben, abgewaschen und wiederverwendet werden. Zudem hat er einen sehr geringen ökologischen Fussabdruck, da er aus leichtem Polypropylen besteht, dadurch recycelbar ist und so 100 Einwegbecher ersetzen könnte», sagt Amelia Landers, Vice President of Product Experience.

Auch wurden Becherspülstationen installiert, damit die Gäste ihren Mehrwegbecher selbst spülen können. Das kam gut bei den Starbucks-Baristas an, die sich normalerweise um die Reinigung der Keramikbecher kümmern müssen. Ähnliche Pilotprogramme werden nun in Japan, Singapur und Grossbritannien eingeführt, damit die Tests bald Wirklichkeit werden und das neue Programm 2025 zum Ende des Papier- und Plastikbechers führt. 

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