Alles legal: Starbucks zahlt in der Schweiz keine Steuern

Aktualisiert

Alles legalStarbucks zahlt in der Schweiz keine Steuern

Gehts ums Steuersparen, beherrscht die US-Cafékette Starbucks alle Tricks. Auch in der Schweiz: Starbucks Switzerland versteuerte in Volketswil zwischen 2008 und 2011 ein Einkommen von null Franken.

von
sas
Neben Starbucks Coffee Switzerland in Volketswil betreibt der Konzern in Lausanne eine Kaffeebeschaffungsstelle.

Neben Starbucks Coffee Switzerland in Volketswil betreibt der Konzern in Lausanne eine Kaffeebeschaffungsstelle.

Der Kaffeeriese Starbucks ist nicht nur ein Meister im Kaffeebrauen. Auch das Steuernvermeiden hat die US-Firma perfektioniert. Sie entwickelte ein ausgeklügeltes System, in dem einzelne Ländergesellschaften zwar viele Filialen unterhalten und Millionen einnehmen, am Schluss aber trotzdem in den roten Zahlen landen. Der Grund: Hohe Lizenzzahlungen an die Europa-Zentrale in den Niederlanden.

Nun zeigen Recherchen der «Handelszeitung», dass Starbucks diese Steueroptimierung auch in der Schweiz anwendet. Laut den Steuerauszügen von Starbucks Coffee Switzerland in Volketswil deklarierte die Gesellschaft in den Jahren 2008, 2009 und 2010 ein Einkommen von null Franken. Die Schweizer Landesgesellschaft besitzt 47 Filialen mit insgesamt rund 700 Mitarbeitern.

30'000 Franken für drei Jahre

Ganz leer ging die Sitzgemeinde Volketswil laut «Handelszeitung» aber nicht aus. Weil die Starbucks Coffee Switzerland ein Vermögen von 6,3 (2008), 6,4 (2009) und 7,4 Millionen Franken (2010) auswies, überwies die Firma laut «Handelszeitung» geschätzte 30'745 Franken an Staats- und Gemeindesteuern – für drei Jahre.

Starbucks beteuert, «vollständig mit den zuständigen Schweizer Steuerbehörden zu kooperieren» und legt Wert auf die Feststellung, dass die Rechnungslegung stets von «unabhängiger Stelle» geprüft werde und in «Übereinstimmung mit der Schweizer Gesetzgebung» sei.

Kaffeeeinkäufe laufen über Lausanne

Neben Starbucks Coffee Switzerland in Volketswil betreibt der Konzern in Lausanne eine Kaffeebeschaffungsstelle. 75 Prozent des weltweiten Kaffeevolumens werden über die Schweiz gehandelt. Der Kanton Waadt erlaubt allerdings keine Einblicke in die Steuerdaten. Laut eigenen Angaben bezahlt Starbucks in Waadt jedoch Einkommenssteuern.

In England hat Starbucks dank dieser Optimierungstricks während 15 Jahren keine Steuern bezahlt, kam jedoch politisch stark unter Druck. Der Druck wurde so gross, dass der Konzern einwilligte, für 2013 und 2014 etwa zehn Millionen Pfund an Steuern zu berappen.

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