Mehrere Hühner gerissen – «Stark abgemagert und unterernährt» – Luchs in Belp wurde abgeschossen
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Mehrere Hühner gerissen«Stark abgemagert und unterernährt» – Luchs in Belp wurde abgeschossen

Ein verwaister Jungluchs trieb sich letzte Woche im Siedlungsgebiet in Belp herum. Nun hat ihn der Wildhüter erlegt.

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Bei Familie Schumacher traute sich der Luchs bis an die Fenstertür.

Bei Familie Schumacher traute sich der Luchs bis an die Fenstertür.

Michaela Schumacher
Das sichtlich unterernährte Tier war auf der Suche nach Nahrung.

Das sichtlich unterernährte Tier war auf der Suche nach Nahrung.

Michaela Schumacher
Nicht einmal das Gebell von Schumachers Hunden konnte den Eindringling in die Flucht schlagen.

Nicht einmal das Gebell von Schumachers Hunden konnte den Eindringling in die Flucht schlagen.

Michaela Schumacher

Darum gehts

  • Ein Luchs sorgte letzte Woche in Belp für Aufsehen.

  • Er traute sich nahe an die Häuser heran und tötete mehrere Hühner.

  • Nun wurde das Tier vom zuständigen Wildhüter erlegt.

Der Jungluchs, der sich vergangene Woche in Belp herumtrieb und mehrere Hühner riss, ist vom zuständigen Wildhüter am Wochenende erlegt worden. Dies bestätigte das Jagdinspektorat am Mittwochabend auf Anfrage von 20 Minuten. Der junge verwaiste Luchs habe sich letzte Woche nur noch im Siedlungsgebiet aufgehalten und habe dabei nach einfacher Beute wie Geflügel oder Kaninchen gesucht. «Er war sehr stark abgemagert und unterernährt. Zudem war er nicht mehr menschenscheu, was für verwaiste Jungtiere klassische Symptome sind», sagt ein Sprecher.

Während Jungluchse natürlicherweise bis in den Frühling des Geburtsfolgejahres in Begleitung ihrer Mutter sind, die für Nahrung sorgt, sind verwaiste Jungluchse auf sich alleine gestellt, was auch bei diesem Tier der Fall war. Dieses natürliche Verhalten respektive das Verstossen der Jungluchse durch die Mutter zu dieser Jahreszeit komme im ganzen Kantonsgebiet immer wieder vor, heisst es beim Jagdinspektorat. «Nur selten tauchen sie dann aber in grösseren Siedlungsgebieten auf.»

User äussern Unverständnis

Auf Facebook wird der Abschuss des Luchses grösstenteils bedauert. «Kann ich nicht nachvollziehen! Der kleine Luchs hätte anstatt geschossen auch betäubt werden können», findet eine Userin. Eine weitere Belperin schreibt: Da hat es nur rund 300 Luchse in der Schweiz und sie selten nach wie vor als bedroht – und die knallen ihn einfach ab.» Vereinzelt wird aber Verständnis für den Abschuss geäussert: «Ich denke, mit 300 Luchsen ist das besiedelbare Gebiet nahezu ausgereizt. Wären nicht alle Reviere besetzt, würde er nicht ins Siedlungsgebiet kommen», meint eine weitere Nutzerin.

Mehrere Belper hatten den Luchs letzte Woche gesichtet. Bei einer Familie drang er in den Garten ein und erbeutete ein Huhn. Eine weitere Frau konnte das Tier fotografieren, als es vor der Terrassentür stand. Es liess sich nicht einmal durch das Bellen der Hunde vertreiben.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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(sul)

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