Aktualisiert 03.11.2009 11:56

Rote ListeStark bedrohte Amphibien

Amphibien sind die am stärksten bedrohten Tiere der Erde, denn die an Land und im Wasser lebenden Arten leiden immer mehr unter Umweltveränderungen. Das geht aus der veröffentlichten jüngsten Roten Liste der Weltnaturschutzunion hervor.

Von den auf der Welt bekannten 6285 Amphibienarten sind knapp ein Drittel, 1895 Arten, vom Aussterben bedroht. Dies gilt auch für 21 Prozent der bekannten Säugetiere, 12 Prozent der Vögel, 28 Prozent der Reptilien und 37 Prozent der Süsswasserfische. Bei den Pflanzen gelten sogar 70 Prozent als akut gefährdet.

Insgesamt sind von den 47'677 untersuchten Tier- und Pflanzenarten 17'291 vom Aussterben bedroht, ein Anstieg im Vergleich zur vorigen Erhebung Mitte dieses Jahres. Nach Angaben der Expertin der Weltnaturschutzunion (IUCN), Jane Smart, kann es keinen , wissenschaftlichen Zweifel geben, dass die ernsthafte Bedrohung der Arten ansteigt.

UNO-Ziel verfehlt

Das für das kommende Jahr gesetzte UNO-Millenniumsziel, die Aussterberate deutlich zu senken, werde nicht erreicht, schreibt die Umweltorganisation. Die Rote Liste der IUCN gilt als weltweit gültiger Massstab für die Artengefährdung.

Als Beispiel für die Bedrohung der Amphibien durch den Menschen wird die Kihansi-Gischtkröte (Nectophrynoides asperginis) angeführt. Sie lebte nur in einer Schlucht des Kihansi-Flusses in Tansania. Da für ein Kraftwerk das Wasser zu 90 Prozent umgeleitet wurde, gilt die Art, die einst eine Population von 17'000 Tieren umfasste, als ausgestorben.

Erstmals betroffen bei den Säugetieren ist zum Beispiel das mäuseartige Nagetier Voalavo (Voalavo antsahabensis), das auf Madagaskar lebt. Es ist in seinem Lebensraum durch Wild- und Feuerrodungen gefährdet.

Alle 80 Jahre Samen

Bei den Reptilien etwa sind 165 gefährdete Tiere neu auf die Rote Liste gekommen, darunter der Panay-Waran (Varanus mabitang), eine Früchte fressende Echse von den Philippinen. Sie wird als Nahrungsmittel gejagt und verliert ihre Lebensräume durch die Ausdehnung der Landwirtschaft und Besiedlung.

Bei den Pflanzen verzeichnet die Liste insgesamt 8'500 von den 12'151 bekannten Arten als gefährdet. Davon sind 114 bereits verschwunden oder existieren nur noch in ganz wenigen Exemplaren als Züchtungen. Dazu gehört etwa das Ananasgewächs «Königin der Anden» (Puya raimondii), das im Verlauf seines Wachstums von 80 Jahren nur einmal Samen erzeugt. (sda)

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