Aktualisiert 25.05.2010 17:50

Aktienmärkte

Starke Kursverluste an der Börse

Angst vor der Krise: In einem äusserst nervösen Handel erreichte das Börsenbarometer SMI mit 6029 Punkten um die Mittagszeit ein neues Jahrestief.

Der Schweizer Aktienmarkt hat wegen Ängsten vor einem erneuten Aufflammen der Finanzkrise die Sitzung vom Dienstag mit deutlichen Verlusten beendet. Am Schluss des Handelstages notierte der SMI 1,85 Prozent im Minus auf dem Stand von 6091,55 Punkten und lag damit nicht allzu weit vom Tageshoch (6112) entfernt. Der breite SPI büsste 2,11 Prozent auf 5367,12 Punkte ein.

Die Furcht, dass die europäische Schuldenkrise sich weiter ausbreiten und die Konjunktur beeinträchtigen könnte, sei stark gestiegen und habe die Stimmung an den internationalen Finanzmärkten sehr belastet, hiess es in Handelskreisen.

Die Rettungsaktion für die Sparkasse CajaSur übers Pfingstwochenende durch die spanischen Regierung hätten Befürchtungen aufkommen lassen, dass die Krise dort weitere Kreise ziehen könnte.

Für zusätzliche Unsicherheit im sehr nervösen Markt hätten ausserdem die politischen Spannungen zwischen Süd- und Nordkorea gesorgt.

Die guten amerikanischen Konjunkturdaten hingegen seien eher wenig beachtet worden. So hat sich in den USA die Konsumentenstimmung im Mai überraschend deutlich aufgehellt, zudem waren die Preise von US-Einfamilienhäusern im März gestiegen.

Transocean unter Druck

Am stärksten litten angesichts der verstärkten Konjunkturängste konjunktursensitive Werte wie Petroplus (-6,1%), Clariant (-5,2%), Swatch (-4,4%), Holcim (-3,6%) und Adecco (-3,6%).

Aber auch die Finanzwerte hatten wegen der verschärften Krise einen sehr schwachen Tag zu verzeichnen. So büssten Julius Bär 4,3 Prozent ein, CS 3,6 Prozent und UBS 3,4 Prozent, wobei die beiden Grossbanken ihre Kursverluste in der zweiten Sitzungshälfte etwas abbauen konnten.

Die Versicherungswerte Swiss Life (-3,2%) und Swiss Re (-2,9%) waren ebenfalls unter den schwächsten Werten zu finden.

Im breiten Markt zählten Transocean (-7,8%) zu den grössten Verlierern. Marktbeobachter verwiesen auf die Unsicherheiten über die finanzielle Belastung im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und auf die mögliche Beeinträchtigung der längerfristigen Aussichten des Konzerns.

Unter den raren Gewinnern fiel OC Oerlikon mit einem massiven Kurssprung auf. Am ersten Tag des Anrechtshandels für die Kapitalerhöhung schossen die Aktien des Anlagenbauers zeitweise um mehr als 60 Prozent hoch und schlossen noch um 26 Prozent fester mit sieben Franken. (sda)

Schuldenkrise der Euro-Zone schickt Börsen weiter auf Talfahrt

Die Schuldenkrise in der Euro-Zone und die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea haben die weltweiten Börsen am Dienstag weiter abstürzen lassen. Der Dow Jones an der Börse in New York verlor zwei Stunden nach Handelsbeginn 1,9 Prozent auf 9870 Punkte.

Die Händler an den Börsen befürchten, die Sparprogramme vieler Staaten könnten den Wirtschaftsaufschwung abwürgen und die Krise verlängern.

An der Börse in Frankfurt sank der Deutsche Aktienindex (DAX) bis zum Handelsschluss um 2,3 Prozent. In London verlor der Aktienmarkt bis zum Abend 2,6 Prozent, in Paris 2,9 Prozent.

Brüssel, Mailand und Madrid schlossen sogar mehr als drei Prozent im Minus. Zuvor hatte in Asien bereits die japanische Börse in Tokio einen Abschlag von drei Prozent hinnehmen müssen. (sda)

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