Jugendgewalt: Starke Zunahme bei den Jugendstraftaten
Aktualisiert

JugendgewaltStarke Zunahme bei den Jugendstraftaten

2008 sind massiv mehr Fälle von Jugendstraftaten bei den Luzerner Behörden eingegangen. Bei der Bestrafung setzt man stärker auf Erziehung.

von
Guy Studer

Die Zahl der Jugendstraftaten nahm letztes Jahr um satte zwölf Prozent auf 2741 Fälle zu. Besonders deutlich ist der Anstieg bei Diebstählen, Sachbeschädigungen, Drohungen und Hausfriedensbruch. «Wir stellen eine zunehmende Gewaltbereitschaft bei den Jugendlichen fest», so der geschäftsleitende Staatsanwalt Daniel Burri. Der massive Anstieg der Fälle lasse sich aber nicht nur darauf zurückführen: Laut Burri hat sich auch das Anzeigeverhalten geändert. «Grosse Ladenketten zeigen heute auch kleinste Diebstähle konsequent an.» Und auch eine Rauferei ende heute eher mit einer Anzeige. Burri findet das positiv: «Es zeigt, dass das Vertrauen in die Behörden da ist.» Zudem sinke so die Dunkelziffer.

Bei der Bestrafung begehen die Strafverfolgungsbehörden neue Wege: Statt auf Bussen setzen sie stärker auf persönliche Leistungen wie Putzen oder Gartenarbeit. Damit sind laut Burri sehr gute Erfahrungen gemacht worden. Es habe sich gezeigt, dass Bussen zu wenig bewirken, da sie oft von den Eltern übernommen werden. Burri: «Die Arbeitseinsätze schmerzen die Jugendlichen mehr und zwingen sie, ihr eigenes Handeln zu überdenken.»

Die Luzerner Strafverfolgungsbehörden mussten letztes Jahr knapp 43  400 Fälle bearbeiten, rund drei Prozent mehr als im Vorjahr. Zugenommen haben vor allem Delikte gegen die Freiheit wie Drohungen und Hausfriedensbruch (+52%). «Wir haben alle Hände voll zu tun», sagt der geschäftsführende Staatsanwalt Daniel Burri. Mehr Personal gibts aber nicht – dafür soll eine Reorganisation ab 2011 für mehr Effizienz sorgen.

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