Betreutes Sterben: Starke Zunahme beim Sterbetourismus
Aktualisiert

Betreutes SterbenStarke Zunahme beim Sterbetourismus

Die Zahl der Menschen, die mit einer Sterbehilfe-Organisation in den Tod gingen, ist letztes Jahr deutlich gestiegen. Gegen 450 Menschen wurden 2011 von Dignitas und Exit in den Tod begleitet.

von
mbu

Laut Auskunft der Zürcher Kantonspolizei haben sich im vergangenen Jahr 144 Menschen in den Dignitas-Räumlichkeiten in Pfäffikon ZH umgebracht. Das sind rund 35 Prozent mehr Kunden als im Vorjahr, schreibt die «SonntagsZeitung». Bei lediglich fünf Personen soll es sich um Schweizer gehandelt haben.

Die Zahl der Dignitas-Sterbebegleitungen liegt damit noch höher als 2005. Damals sorgte der stetige Anstieg ausländischer Sterbetouristen, die in einem Stadtzürcher Wohnquartier das tödliche Medikament Natrium-Pentobarbital einnahmen, für Schlagzeilen.

Durchschnittsalter von 76 Jahren

Auch Exit hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen in den Tod begleitet. 2010 waren es 257, 2011 über 300. «Ein grosser Anteil litt an Krebs», sagt Exit-Vizepräsident Bernhard Sutter. Die Zunahme erklärt er mit der Tatsache, dass die Menschen immer älter werden. «Das Durchschnittsalter der begleiteten Sterbenden war nochmals höher und lag vergangenes Jahr bei 76 Jahren.»

Hinzu komme, dass eine «selbstbestimmte und selbstbewusste Generation» nun alt werde. Ausserdem werde die Organisation Exit, die dieses Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert, immer bekannter. Dem Verein sind vergangenes Jahr mehrere Tausend Mitglieder beigetreten. Insgesamt sind es schweizweit knapp 80 000 Menschen.

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