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Starker Dollar macht Syngenta Mühe

Der Agrochemiekonzern Syngenta blickt auf ein verhaltenes erstes Quartal 2006: Der Umsatz ging wegen des starken Dollars und Problemen in den USA um 5 Prozent auf 2,7 Mrd. Dollar zurück. Der Konzern erfüllte damit die Markterwartungen nicht.

Bei konstanten Wechselkursen betrug das Minus gegenüber dem «starken» ersten Vorjahresquartal 1 Prozent, wie Syngenta am Mittwoch mitteilte. Für das ganze Jahr sollte der Währungseinfluss geringer ausfallen als die 4 Prozent im ersten Quartal, sagte Finanzchef Domenico Scala der Nachrichtenagentur Reuters.

Probleme in Brasilien...

Im Pflanzenschutz ging der Umsatz um 3 Prozent auf 1,872 Mrd. Dollar zurück. Währungsbereinigt resultierte ein Plus von 1 Prozent. Im Saatgutgeschäft lag das Umsatzminus bei 8 Prozent auf 846 Mio. Dollar, nach konstanten Wechselkursen wären es ein Minus von 5 Prozent.

In der Region Europa, Afrika und Mittlerer Osten wurde ein später Saisonsstart wegen des nasskalten Winters von einer Erholung in Südeuropa, weiterem Wachstum in Osteuropa und einer guten Entwicklung in Deutschland ausgeglichen. In der amerikanischen Freihandelszone NAFTA stiegen die Umsätze um 3 Prozent. Die Lancierung des Herbizides Axial sei erfolgreich gelaufen.

In Lateinamerika sank der Umsatz um 5 Prozent vor allem wegen schwieriger Marktbedingungen in Brasilien. Die Verkäufe in China kurbelten den Umsatz in diesem Segment in Asien-Pazifik an, die um 1 Prozent stiegen.

...und den USA

Der Umsatzrückgang im Saatgutgeschäft ist vor allem auf Produktionsproblemen beim Mais in den USA zurückzuführen. Diese Probleme sollten zwar gelöst sein, sagte Scala, schränkte allerdings gleich ein: «Die Umsatzverluste aus dem ersten Quartal können im Verlaufe des Jahres nicht wettgemacht werden.»

Gutes Wachstum gab es dagegen bei den übrigen Feldsaaten; auch Gemüse und Blumen legten zu und konnten ihre Wachstumsdynamik beibehalten.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2006 strebt das Unternehmen weiterhin an, den Gewinn pro Aktie im zweistelligen Bereich zu steigern.

Aktie unter Druck

Der Markt reagierte enttäuscht auf die verhaltenen Umatzzahlen von Syngenta. Die Titel gaben nach Handelsbeginn um 2,55 Prozent nach und lagen um 9.30 Uhr noch 0,5 Prozent im Minus.

Die Bank Vontobel bezeichnet die Entwicklung vorab im Saatgutbereich als enttäuschend. Allerdings seien die Syngenta- Prognosen für 2006 sehr konservativ.

Laut Händlern dürfte es Syngenta im weiteren Jahresverlauf nahezu unmöglich sein, das Verfehlte aufzuholen. Mit einer Verbesserung sei möglicherweise erst ab 2007 zu rechnen. (dapd)

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