Konkurs: Starker Franken führt zu Firmenpleite
Aktualisiert

KonkursStarker Franken führt zu Firmenpleite

Die letzten 95 Mitarbeiter der PPC Electronic in Cham verlieren ihre Stelle. Die Firma beschäftigte in ihrer Blütezeit über 500 Personen.

Der Leiterplatten-Hersteller PPC Electronic in Cham muss seine Tore schliessen. (optoboard.com)

Der Leiterplatten-Hersteller PPC Electronic in Cham muss seine Tore schliessen. (optoboard.com)

Der Leiterplatten-Hersteller PPC Electronic ist pleite. Am Montag sei der Konkurs über PPC Electronic eröffnet worden, bestätigte Geschäftsführer Giorgio Dognini auf Anfrage einen Bericht der «Neue Zuger Zeitung» vom Dienstag.

«Nach einem harten Kampf müssen wir einsehen, dass externe Faktoren stärker sind als wir», sagte Dognini. Schlimm sei vor allem der Wegfall der Arbeitsplätze für die langjährigen, spezialisierten Mitarbeitenden.

Hauptgrund für den Konkurs ist laut Dognini die seit zwei Jahren anhaltende massive Frankenstärke. Diese habe die bereits knappen Margen und die Substanz des Unternehmens aufgezehrt. PPC Electronic verkaufte mit einem Exportanteil von rund 98 Prozent praktisch alle Produkte im Ausland.

Vorübergehend stabilisiert

Der Niedergang von PPC Electronic dauert allerdings schon über zehn Jahre. Im Mai 2001 wurden 45 von damals 500 Beschäftigten entlassen, nachdem die Bestellungen von Telekom-Netzwerkausrüstern eingebrochen waren. Es folgten mehrere weitere Entlassungswellen.

PPC Electronic richtete sich angesichts zunehmenden Preisdrucks aus China neu aus und spezialisierte sich auf die Fertigung anspruchsvoller Leiterplatten für europäische Spezialhersteller von Informationstechnologie, Medizinal- und Militäranwendungen.

Vom Management übernommen

Durch Technologieentwicklung, Ausbau der Dienstleistungen und Effizienzsteigerungen habe PPC die Marktposition festigen und konsolidieren können, sagte Dognini.

PPC Electronic war im Jahr 1970 gegründet worden. 1995 wurde das Unternehmen vom Management übernommen. Nach starkem Wachstum wurde 2001 ein neues Fabrikationswerk eröffnet. Zuletzt war die Firma im Besitz von Dognini und zwei weiteren Geschäftsleitungsmitgliedern und erzielte 2011 einen Umsatz von rund 20 Mio. Franken. Das verbliebene Firmengebäude kommt nun in die Konkursmasse.

(sda)

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